Kein Angebot zum Parken in der Heiligenhauser City

Katrin Schmidt
Der Angebotsstreifen auf der Hauptstraße ist nur für Lieferverkehr zugelassen, wird aber immer öfter auch zum Parken benutzt. Das findet das Ordnungsamt nicht in Ordnung.
Der Angebotsstreifen auf der Hauptstraße ist nur für Lieferverkehr zugelassen, wird aber immer öfter auch zum Parken benutzt. Das findet das Ordnungsamt nicht in Ordnung.
Gerade an Sonntagen wird wild rund um die Hauptstraße geparkt. Deswegen kontrolliert die Stadtwacht nun auch verstärkt an diesem Wochentag

Heiligenhaus.  Es ist jeden Sonntag das gleiche Bild in der Innenstadt: Vor den Kirchen und Bäckereien parken Autos, alle mal eben schnell, aber kreuz und quer. Denn sonntags, so könnte man vermuten, kontrolliert ja keiner. Doch falsch gedacht: Wegen zunehmender Beschwerden, die das Ordnungsamt erreichte, wurde an zwei Sonntagen im April verstärkt kontrolliert: 205 Verwarnungen wurden geschrieben.

Kerstin Plambeck schüttelt nur noch den Kopf: „Wenn man sieht, wie manche parken, dann sind verstärkte Kontrollen dringend nötig“, erklärt die Ordnungsamtsleiterin. Denn die vielen Knöllchen, die ihre Mitarbeiter geschrieben haben, waren „ausschließlich Härtefälle. Kleinere Delikte haben wir gar nicht vermerkt.“ Und davon gab es reichlich: Am 10. April wurden 40 Verwarnungen erteilt, am 17. April sogar 165.

Auch am Sonntag müssen Rettungswege frei sein

„Die Angebotsstreifen waren komplett zugeparkt“, berichtet Plambeck. Gerade rund um die Kirchen und Bäcker, aber auch der gesamte Innenstadtbereich bis zur Hülsbecker Straße. Nachdem sie die Verwarnungen erhalten hatten, hörten viele Falschparker bei der Ordnungsbehörde nach: „Natürlich haben wir uns dann den Vorwurf anhören müssen, warum wir gerade sonntags kontrollieren müssen. Aber die Antwort ist ganz klar: Natürlich müssen auch am Sonntag die Rettungswege freigehalten werden!“

Denn sauer über das wilde Parken waren nicht nur Anwohner. „Die Beschwerden kommen auch von Seiten der Feuerwehr.“ An einer Stelle hatte jemand so rücksichtslos geparkt, dass es kein vor und zurück mehr für andere Verkehrsteilnehmer gab. „Wir müssen zu jeder Zeit gewährleisten können, dass alle Fahrzeuge der Feuerwehr schnellstmöglich durch die Straßen kommen. Wir mussten hier eingreifen, denn das war nicht immer gegeben“, versucht die Ordnungsamtsleiterin um Verständnis zu werben.

Doch das haben nicht alle und merken an, dass gerade an dem Streifen rund um die katholische Kirche nicht genau klar sei, um was es sich hier ordnungsrechtlich handelt: Radweg, Lieferverkehr, kurzer Halteplatz? „Die Markierungen für den Radweg kommen noch. Ansonsten können die Geschäfte hier anliefern lassen, soweit es den Rad- und Fußgängerverkehr nicht gefährdet.“

Kein Halteplatz für Eltern

Auch kontrollieren die Mitarbeiter des Ordnungsamts vermehrt morgens zu Schulbeginn. Viele Eltern nutzen den Streifen, um ihre Kinder hier eben rauszulassen. Generell appelliert die Ordnungsamtsleiterin: „Man muss doch nicht immer vor der Tür parken. In der Umgebung sind so viele Parkmöglichkeiten, da muss ich doch nicht im absoluten Halteverbot stehen.“