Jeder nach seinen Möglichkeiten

Open Space-Runde beim 6. Jugendhilfetag zum Thema Kinderarmut in Heiligenhaus. Foto: Detlev Kreimeier WAZ FotoPool
Open Space-Runde beim 6. Jugendhilfetag zum Thema Kinderarmut in Heiligenhaus. Foto: Detlev Kreimeier WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus. Kinderarmut hat viele Gesichter. Manche Kinder können an Klassenfahrten nicht teilnehmen oder kommen stets ohne Frühstück in die Schule, weil das Geld im Elternhaus fehlt. Andere Kinder erleben, dass sich Mutter und Vater kaum um sie kümmern, ihre Leistungen nicht wertgeschätzt werden. Wieder andere Kinder sind verhaltensauffällig – ihre Eltern sind mit der Erziehung emotional total überfordert.

Kinderarmut hat viele Gesichter und die Wege, „dem Mangel zu trotzen und Kindern eine Zukunft zu geben“, sind vielfältig. Die rund 100 Teilnehmer des 6. Jugendhilfetages haben unter dem weiterführenden Motto „Wir bleiben dran!“ Ideen und Arbeitsziele gesammelt und diskutiert.

Anders als bei den Vorgängerveranstaltungen zeichnete sich diese Fachtagung von Erziehern, Pädagogen sowie Jugendhilfe- und Sozialarbeitern durch eine offene Gruppenarbeit aus; auf Vorträge wurde verzichtet. Stattdessen wurde eifrig diskutiert, gab es Strategien und Zielsetzungen.

„Jeder bringt sein heißes Thema vor, anschließend organisiert man sich zu Gruppen, um in die Tiefe zu gehen“, erklärt Martina Leshwange, Fachberaterin des Landesjugendamtes und Moderatorin der Open-Space-Runde. Vernetzung, Bildung, Behördendschungel, Geld und Zugangswege waren einige Schlagworte, die ausgelotet wurden. Fragen wie „Was brauchen Eltern?“ oder „Wie können Distanzen abgebaut werden?“ beschäftigten die Teilnehmer. Von Leistungsdruck, Zeitmangel und Schubladendenken berichteten sie.

Weg vom Schubladendenken

Selbstkritisch hinterfragten Pädagogen und Sozialarbeiter eigene Verhaltensweisen, berichteten aber auch von positiven Erlebnissen. „Das Projekt ‘Kinder in Not’ läuft sehr gut und ist ein Beispiel für die Nachhaltigkeit des 5. Jugendhilfetages“, sagt Reinhold Keppeler, Schuldnerberater der Caritas. Renate Zanjani (Diakonie) ergänzt: „Sozialarbeit ist in vielen Fällen erfolgreich, das vergisst man schon mal.“

Doch es geht noch besser. Nun werde man weitere Zielsetzungen verabreden, betont Almuth Schildmann-Brack vom Jugendamt, die die Veranstaltung mit organisiert hat. Und festzurren: Bis wann will man diese Ziele erreichen? Wer macht was? Schildmann-Brack: „Kleine Ziele, kleine Einheiten, die man im Arbeitsalltag unterbringen kann. Jeder soll sich nach seinen Möglichkeiten einbringen.“

 
 

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