Ideale Landschaften

Anneliese Schmidt, hier mit Filialdirektor Ulrich Hamacher, stellt bis 10. Februar 2012 in der Kundenhalle der Kreissparkasse in Heiligenhaus ihre Bilder aus. Foto : H. W. Rieck WAZ FotoPool
Anneliese Schmidt, hier mit Filialdirektor Ulrich Hamacher, stellt bis 10. Februar 2012 in der Kundenhalle der Kreissparkasse in Heiligenhaus ihre Bilder aus. Foto : H. W. Rieck WAZ FotoPool
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Anneliese Schmidt fängt mit Pastellkreide Wiesen und Wälder, Steppen und Meer ein. Derzeit stellt sie in der Kundenhalle der Sparkasse aus.

Heiligenhaus.. Ihre Bilder tragen Titel wie „Hohlweg“, „Baum am Jakobsweg“, „Ostsee“ oder „Altes Haus in der Auvergne“. Das ist Natur pur. Man sieht, wie sich die Grasbüschel im Wind biegen, die Sonne über der Steppe brennt und ein Bach durch die Gebirgslandschaft plätschert. Anneliese Schmidt hat dies alles mit Pastellkreide eingefangen. Nicht zart, sondern überaus kräftig in der Farbe.

Eine Auswahl ihrer zahlreichen, im Laufe der vergangenen zehn Jahre entstandenen Landschaftsbilder ist in der Kundenhalle der Kreissparkasse an der Hauptstraße zu sehen. Zu einer Vernissage hatte das Geldinstitut am Montagabend gebeten, viele Freunde und künstlerische Weggefährten kamen. Für die musikalische Umrahmung sorgten Gisela Zündorf, Walter Kaiser und Wolfgang Dix, alle bekannt als Mitglieder des Ensembles Flautando.

„Anneliese Schmidts Bilder sind spontan, ungekünstelt, authentisch. Sie drücken die Sehnsucht nach Ferne aus, zeigen aber auch ihre Verbundenheit mit der Heimat“, hob Sparkassenfilialdirektor Ulrich Hamacher in seiner Ansprache hervor – und gab weiter an Laudator Armin Schmidt, den Sohn der Künstlerin. Der wiederum nicht nur den Werdegang von Anneliese Schmidt beschrieb, sondern mit dem Auge eines ebenfalls künstlerisch tätigen Menschen einen Einblick in die Entstehung der Werke gab.

Vom Töpfern über die Seidenmalerei zur Pastellkreide

Anneliese Schmidt mochte das Malen bereits in der Schule, mangelndes Verständnis der Lehrkräfte ließ sie jedoch diese kreative Ausdrucksform nicht weiter verfolgen. Über „Tonkneten und Töpfern“ sei seine Mutter dann zur Seidenmalerei und schließlich Mitte der 1990er Jahre zur Landschaftsmalerei gekommen, verriet Armin Schmidt.

Schnell entschied sie sich für das Material Pastellkreide, das sie mit Hilfe verschiedener Techniken für sich zu nutzen weiß. Als Vorlage dienen der 73-jährigen Heiligenhauserin Fotos von Reisen. Hier habe sie im Laufe der Jahre ausgesprochene Detailfreude entwickelt, konstatierte der Sohn. Details einer Landschaft, die zwar Fotos entlehnt, aber idealisiert ist: von allem Störenden befreit. Keine parkenden Autos, keine Strommasten, keine Tiere, keine Menschen.

Keine Menschen und Tiere

Sie könne keine Menschen malen, sagt Anneliese Schmidt über sich selbst. Ihr Sohn deutet es um. Mensch und Tier fehlen zwar, haben aber ihre sichtbaren Spuren hinterlassen: In Form von Häusern und Wegen, die immer wieder als Motive auftauchen.

Ausstellungen unter anderem in der Stadtbücherei und im Art-Haus haben Anneliese Schmidts Werke bereits in der Vergangenheit einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Noch bis zum Freitag, 10. Februar, läuft die aktuelle Schau in der Sparkassenkundenhalle.

 
 

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