Heiligenhauserin freut sich aufs Farmerleben

Freut sich auf ein spannendes Jahr in Amerika: Chiara Vonhoff (16) hat ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes ergattert.
Freut sich auf ein spannendes Jahr in Amerika: Chiara Vonhoff (16) hat ein Stipendium im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes ergattert.
Foto: WAZ FotoPool
Die 16-jährige Chiara Vonhoff fliegt im Rahmen des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes für ein Jahr nach Minnesota, USA. Für das Stipendium wurde sie auch wegen ihres sozialen Engagements ausgewählt

Heiligenhaus.  Wenn der Flieger am 22. August in Düsseldorf gen Himmel steigt, sitzt Chiara Vonhoff zum ersten Mal in einem Flugzeug. Aber dafür düst die 16-Jährige dann nicht nur via Frankfurt ganz allein in die USA, sondern verabschiedet sich auch gleich für ein ganzes Jahr von Eltern, Geschwistern, Freunden. Chiara wurde von der SPD-Bundestagsabgeordneten Kerstin Griese ausgewählt, als Stipendiatin des Parlamentarischen Patenschafts-Programmes in Minnesota leben zu dürfen.

„Die Gastfamilie ist sehr nett“

„Klar, ich bin aufgeregt. Und bis vor zwei Wochen hatte ich auch noch ein bisschen Angst, das ist jetzt aber viel besser.“ Um richtig aufgeregt zu sein, hat die Heiligenhauserin, die in Ratingen die Liebfrauenschule besucht, jetzt auch gar keine Zeit. Gerade einmal zwei Wochen ist es her, da erfuhr sie, dass sie auf einer kleinen Farm leben wird, unweit des 1700-Seelen-Dorfes „Mapleton“. Seitdem ist schrecklich viel zu erledigen: „Ich hatte ja vorher überhaupt keine Ahnung, wo ich hinkomme, und habe mich als erstes ein bisschen über Minnesota informiert.“ Und dabei erfahren, dass sie sich im wahrsten Sinne des Wortes warm anziehen muss: „Im Winter kann es da schon mal minus 40 Grad kalt sein.“

Die ersten Kontakte mit ihrer neuen Gastfamilie per E-Mail fegten schnell den letzten Rest von Angst weg. „Im allerersten Moment, als ich hörte, dass ich auf einer Farm leben werde, war ich ja schon ein bisschen geschockt. Ich hatte hier ja noch nie etwas mit Bauernhöfen oder so zu tun.“ Mittlerweile ist sie sehr froh, bald auf ihrer „kleinen Farm“ zu landen. „Die Familie macht einen sehr, sehr netten Eindruck, die Mutter war auch schon einmal in Düsseldorf und kennt das Leben in Europa.“

Und Chiara, eigentlich Vegetarierin, zeigt sich schon vor der Abreise äußerst flexibel und anpassungsfähig. „Meine Gastfamilie züchtet Schweine. Ich habe schon mal ganz langsam angefangen, etwas Fleisch zu essen.“ Dass der tägliche Weg zur High School etwa 20 Minuten mit dem Auto beträgt, ist dagegen für sie tägliche Gewohnheit: „Kenne ich, ich fahre ja auch jeden Tag nach Ratingen.“

Wie spannend so ein Jahr sein kann, hörte sie gestern aus erster Quelle von Florian Eichblatt, für den Kerstin Griese letztes Jahr die Patenschaft übernommen hatte und der im Juni aus Kansas zurückkam. Wie Florian hat auch Chiara sich fest vorgenommen, „Amerika pur zu erleben, den amerikanischen Alltag kennenzulernen.“

Was sie schon in der Heimat Heiligenhaus geschafft hat: „Meine Familie ist sehr stolz auf mich. Ich habe ja drei ältere Geschwister und war immer diejenige, auf die man aufpassen musste.“ Jetzt düst die kleine Schwester mal eben alleine um die Welt. Wenn Chiara, die als Schülersprecherin stets soziale Verantwortung zeigte und damit neben guten Englischkenntnissen eine der Voraussetzungen für ein Stipendium mitbrachte, in einem Jahr wieder hier ist, feilt sie an ihrem nächsten großen Traum: „Lehrerin werden, das wollte ich schon immer.“

Jetzt bringen sie ihre Lieben erst einmal zum Flughafen – samt Saxofon. „Das kann ich mitnehmen, meine Gastfamilie ist musikalisch, das passt gut.“ Viel Glück, Chiara.

 
 

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