Heiligenhauser Weihnachtsmarkt ist sehr lukullisch

Eine ganz besondere Stimmung kommt bei der Waldweihnacht im Rathausinnenhof auf, den Förster Hannes Johannsen mit seinem Team wieder herrlich hergerichtet hat.
Eine ganz besondere Stimmung kommt bei der Waldweihnacht im Rathausinnenhof auf, den Förster Hannes Johannsen mit seinem Team wieder herrlich hergerichtet hat.
Foto: WAZ FotoPool
Unter Mitwirkung vieler Heiligenhauser Schulen und Vereine ist ein familiärer Weihnachtsmarkt entstanden. Vor allem die Waldweihnacht ist ein Besuch wert.

Heiligenhaus..  Mit glockenhellen Stimmen und leise rieselndem Schnee eröffnete der Kinderchor der Heiligenhauser Musikschule den Weihnachtsmarkt. Zwar rieselte es nur aus den Mikrofonen und nicht vom Himmel, dafür ließ der erste Abend seine Besucher vor vorweihnachtlicher Kälte bibbern. Mit dicken Handschuhen und roter Frostnase schmeckte der Glühwein gleich doppelt so gut. Besonders lobten die Gäste und Bürgermeister Dr. Jan Heinisch die familiäre Atmosphäre, die sich zwischen den gut besuchten Buden ausbreitete.

Weihnachtsmarkt geht durch die Nase. Herbe Gewürze aus dem Glühwein kitzeln nicht nur die Geschmacksnerven, sondern auch die Geruchsrezeptoren. Dazu mischt sich noch der Duft von heißen Waffeln und frisch gegrillten Würstchen. Eigentlich müssen die Besucher des Heiligenhauser Marktes einfach nur ihrer Nase folgen, um all die kulinarischen Köstlichkeiten zu finden.

Ein Aroma, das in keiner der umliegenden Großstädte zu finden ist, lässt sich im Rathaus-Innenhof erschnuppern. „Der Weihnachtswald schafft eine ruhige und besinnliche Stimmung. Wir haben kein lautes Kinderkarussell, sondern das Hirtenlager, in dem die Kinder Stockbrot machen können“, beschreibt Mitorganisatorin Irid Johannsen die Heiligenhauser Besonderheit. Viele Besucher staunen nicht schlecht über den magischen Wald. Mit leuchtenden Augen wandeln sie zwischen den handgesägten Figuren und herrlich duftenden Bäumen umher. „So etwas habe ich noch nicht gesehen. Hier vergisst man den Trubel des Weihnachtsmarktes total“, freut sich Besucherin Silke Rütten.

Einmal aus dem Miniwald heraus, erwartet die Gäste ein Markt voller bekannter Gesichter. Nicht nur das Rahmenprogramm gestalten Kinderchöre und bühnenerfahrene Heiligenhauser, auch in den Buden spiegelt sich der Lokalkolorit wider. Ob es die Gelees von Buchhändlerin Edelgard Kotthaus, die Forellen der Vokalen Holding Frohsinn oder der beschwipste Mafioso und das Wildragout der Trattoria Bella Italia ist – viele Aussteller haben über Jahre hinweg eine Fangemeinde bekommen. „Es ist klein, nett und familiär in Heiligenhaus“, freut sich Heinisch, der den Markt am Donnerstag mit einem traditionellen Gast aus Zwönitz eröffnete: Der Riesenstollen sorgte auch in diesem Jahr für volle Bäuche und zufriedene Heiligenhauser.

Allerdings war das überdimensionale Weihnachtsgebäck der einzige Abgeordnete aus der Partnerstadt im Erzgebirge. Auch die Partnerstädte Mansfield und Basildon haben keine Bude bezogen. Doch in der Menschenmenge lassen sich immer wieder bekannte Gesichter von der britischen Insel erspähen. Aus Meaux reiste Eric Perreau mit Trüffeln und Brie an. „Es hat mir so gut gefallen, dass ich schon zum zweiten Mal hier bin. Der Weihnachtsmarkt ist nicht so kommerziell wie die in Frankreich“, lobt Perreau. Kurzum: ein besinnlicher Markt von Heiligenhausern für Heiligenhauser.

 
 

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