Heiligenhauser Viadukte werden unter die Lupe genommen

Entlang der Fassade klopft Bernd Miller verdächtige Stellen ab, die zur Gefahr werden könnten.
Entlang der Fassade klopft Bernd Miller verdächtige Stellen ab, die zur Gefahr werden könnten.
Foto: H.W.RIECK
Die Brücken im Heiligenhauser Stadtgebiet werden einem genauen Blick unterzogen. Brückenprüfer Bernd Miller schaute sich unter anderem die Viadukte an der Ruhrstraße Nord und Süd an.

Heiligenhaus..  In 28 Metern Höhe schwebt das Untersichtgerät an dem Viadukt an der nördlichen Ruhrstraße an der Stadtgrenze zu Kettwig. In dem Korb, der an der Brückenseite hängt steht Brückenprüfer Bernd Miller. Das Fahrzeug, das den Korb hält fährt langsam mit weniger als Schrittgeschwindigkeit über die Brücke. Fußgänger und Radfahrer, die auf dem Panoramaradweg unterwegs sind, schauen sich das Spektakel an.

Tag für Tag ist Bernd Miller auf den Brücken in Heiligenhaus und Umgebung unterwegs und kennt ihre Beschaffenheit gut. Mit jedem Stück, das er voran kommt, überprüft er den Zustand der Brücke. „Dabei kommt es auf die Statik, also die Tragfähigkeit der Brücke, die Verkehrssicherheit und die Dauerhaftigkeit der Brücke an“, erklärt Bernd Miller.

Landmarken seit über 100 Jahren

Dauerhaftigkeit haben die Viadukte bereits bewiesen. Seit über 100 Jahren sind sie ein markantes Zeichen im Ruhrtal. Damit das auch so bleibt, sind regelmäßige Überprüfungen Pflicht. Alle sechs Jahre findet die Hauptuntersuchung statt. Hierbei wird auf nahe Sicht geprüft. „Stellen, die mir im Mauerwerk komisch vorkommen, klopfe ich mit dem Hammer ab. So höre ich, ob sich dahinter ein Schaden versteckt“, erzählt Miller.

2007 und 2011 wurden die Viadukte aufwändig saniert. Die Regenrohre, die damals das stehende Regenwasser durch die Viadukte abtransportiert haben, wurden verschlossen und „trockengelegt“. Bis das Mauerwerk abtrocknet, dauert es. Deshalb wird bei dieser Brückenprüfung besonders auf die Feuchtigkeit geachtet.

Gute Ergebnisse für Heiligenhaus

Findet der Prüfer einen Schaden, wird dieser im Bericht aufgenommen und an die Stadt weitergeleitet, die ihn dann nach Priorität beheben muss. Alle drei Jahre geht der Prüfer die Brücke zusätzlich entlang, um „auf Sicht“ zu prüfen. „Doch auch wir als Stadt begehen regelmäßig die Brücken, um Schäden vorzeitig zu erkennen“, erklärt Raimund Quaß. Die Dauer der gründlichen Brückenprüfung durch die Firma Hahn dauert pro Brücke etwa vier Stunden. Die Kosten dafür belaufen sich laut Raimund Quaß auf 300 Euro pro Brücke.

Die Ergebnisse für Heiligenhaus sind zufriedenstellend. „Die Viadukte sind in einem Top-Zustand“, erklärt Bernd Miller. „Bei den Prüfungen habe ich eine 1,0 bis 2,0 gegeben.“ Der schlechteste Wert wäre eine 4,0 gewesen.

 

EURE FAVORITEN