Heiligenhauser lieben ihr Platt

Die drei Mädels wissen, was sie mit einem Schöttelplack anfangen sollen.
Die drei Mädels wissen, was sie mit einem Schöttelplack anfangen sollen.
Foto: WAZ
Das Wörterbuch nimmt immer weiter Form an. Heute ist mit dem Schöttelplack auch das mit meist genannte Wort der Heiligenhauser Leser dabei.

Platt sprechen ist eine Tradition, die ganz offensichtlich auch die Heiligenhauser bewahren wollen. Weiter geht es heute mit unserem Heljenser Wörterbuch, unter anderem mit dem Wort, dass unheimlich viele Leser uns nannten: dem Schöttelplack.

Schmeitriemen: Schmeit ist der Hunger; den Riemen versteht man heute noch. Aus beidem zusammen ergibt sich wörtlich genommen der Riemen, mit dem man den Hunger einschnürt – eben der Ledergürtel. Den man bekanntlich enger schnallt, wenn es wenig zu essen gibt.

Bestevader: der beste Vater scheint dem Platt-Sprecher Großvater zu sein – Entsprechendes gilt für die Großmutter, die Bestemueder.

Krukestoppen: ein kleiner Mensch – eben so klein, wie der stoppen (Stopfen), mit dem man früher den gefüllten Krug (Kruk) verschloss.

Fottenklöpper: Als Fott wird etwas salopp das Hinterteil bezeichnet, und wer dort drauf kloppt ist – der Lehrer.

Dreckschöpp: Schöpp ist die Schaufel, und wenn die den Dreck wegschaufelt, geht’s natürlich ums Kehrblech.

Schöttelplack: das Spültuch. Manche Leser präzisieren: die glatte Seite des Spültuches.

Fuerspön: Fuer ist das Feuer; spön der Span. Wörtlich also Feuerspäne: Streichhölzer.

Dröppelminna: Früher stand sie in jedem Haushalt und war nicht wegzudenken – die Kaffeekanne aus Zinn. Der die dröppel, also die Tropfen, den Namen geben.

Wenkelswar: Ein Wenkelier war jemand mit einem kleinen Laden, in dem es Lebensmittel zu kaufen gab. Davon leiten sich ab die Wenkelswar, die Lebensmittelvorräte.

Kappes: Weißkohl. Um ihn in kochgerechte Stücke zu schneiden, gibt es den Kappesschaaf: den Kohlhobel.

Kiermelk: Mit Kier könnten die Kühe gemeint sein, denn Kiermelk steht für Buttermilch.


Erpel: Hat nichts mit der männlichen Ente zu tun, sondern bezeichnet die Kartoffel.

Mukkefuck: der früher getrunkene Malzkaffee.

Ölk: Klingt nach Öl, hat damit aber nichts zu tun – die Zwiebel.

Schaffoi: ein Verwandter des Kappes; der Blumenkohl.

Platte Kaal: eine Schnapsflasche, die man sich in die Tasche stecken kann – der Flachmann.

Hüsken: Dieses Häuschen ist nicht irgendeins, sondern ein ganz bestimmtes – die Toilette, die früher draußen in einem separaten Häuschen untergebracht war.


Ferkeskopp: Hält einen im Hochdeutschen der Schweinehund davon ab, so manches zu tun, ist es im Dialekt der Ferkeskopp.


Kattenlook: Katzenloch. Ein Loch für die Katz’; und zwar in der Tür, damit sie selbständig raus und rein gehen kann.

Kaneel: geschmackvoller Bestandteil der Bergischen Kaffeetafel, zum Beispiel auf dem Reisbrei: Zimt.

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