Heiligenhauser Landwirte sind gut davongekommen

Die Ernteaussichten sind in diesem Jahr wegen der Wetterlage nicht so rosig. Bild Sonja Glaser-Stryak
Die Ernteaussichten sind in diesem Jahr wegen der Wetterlage nicht so rosig. Bild Sonja Glaser-Stryak
Foto: WAZ

„Der Boden ist das Kapital des Landwirts“, sagt Bauer Ernst Günther Oetelshofen. Die Bedingungen für eine gute Ernte standen in diesem Jahr aber unter keinem guten Stern. Erst die verfrühten Sommertemperaturen und dann übermäßiger Regen, der für manche Ernten bereits zu spät kam.

„Das sind erste Anzeichen des Klimawandels“, befürchtet der 65 Jahre alte Bauer. 1978 übernahm der gelernte Landwirt von seinen Eltern den Hof und bewirtschaftet ihn nun in vierter Generation. Von seinem Wohnbereich hat man eine Aussicht über seine Felder im Ortsteil Heide sowie über einen liebevoll angelegten Garten. Oetelshofen: „Das ist mein Hobby, Landwirtschaft ist kein Beruf, sondern eine Berufung.“ 100 Hektar groß ist das Anwesen, wobei er 45 Hektar selbst bewirtschaftet und die übrig gebliebene Fläche an andere Bauern verpachtet hat.

Ernst Günther Oetelshofen baut Raps und Zuckerrüben an. „Obwohl in der Heiligenhauser Gegend verhaltensmäßig gute Böden vorliegen, musste ich dieses Jahr die Zuckerrüben zwei Wochen früher als normal ernten“, erklärt Oetelshofen. Der Raps konnte überhaupt nicht geerntet werden, stattdessen wurde Mais eingepflanzt.

Schlechte Bedingungen

Diese schlechten Erntebedingungen machen sich auch bei den Vorräten bemerkbar: „Gesetzlich müssen für 120 Tage, sprich für drei Monate, Vorräte vorhanden sein. Die Vorräte sind nun aber auf 75 Tage runtergegangen“, schildert er die Lage.

Trotz allem sei die Landwirtschaft in Heiligenhaus noch mal gut davongekommen. Das Münsterland sei beispielsweise von der Trockenheit viel stärker betroffen, da die Wasserkapazität schlechter ist. „Manche Gegenden haben Schäden erlitten, die nicht mehr korrigiert werden können. Wir haben den Vorteil, dass Heiligenhaus nicht im Zentrum der Randniederschläge liegt“, sagt Ernst Günther Oetelshofen.

 
 

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