Heiligenhaus will Fahrräder zum Ausleihen

In den Großstädten schon seit längerem ein gewohntes Bild: Leihfahrräder an ihrer Station, hier am Hauptbahnhof in Duisburg. Die Räder können gegen eine Gebühr von jedem ausgeliehen werden. Das ist besonders für Touristen interessant.
In den Großstädten schon seit längerem ein gewohntes Bild: Leihfahrräder an ihrer Station, hier am Hauptbahnhof in Duisburg. Die Räder können gegen eine Gebühr von jedem ausgeliehen werden. Das ist besonders für Touristen interessant.
Foto: WAZ FotoPool
Ein Leihfahrradsystem soll den Tourismus ankurbeln und auch Nicht-Radbesitzer auf den Panoramaradweg locken. Erste Leihräder könnten 2014 anrollen.

Heiligenhaus..  Am Panoramaradweg vorbeikommen, Lust auf eine kleine Tour mit dem Rad bekommen, sich – legal – auf einen fremden Drahtesel schwingen und lostreten: Das könnte in Heiligenhaus bald Wirklichkeit sein. Die Stadt überlegt, ein Leihfahrradsystem einzurichten. Erste Gespräche mit einer Nachbarstadt hat es schon gegeben.

Ein, beziehungsweise der mögliche Standort: am Panoramaradweg in der Nähe der Waschstraße. Dort ist mit einer Gastronomie und der kommenden Kaffeerösterei eine gewisse touristische Infrastruktur bereits gegeben. Michael Krahl, Leiter des Fachbereichs Straßenbau, fügt hinzu: „Für mich ist das eh die schönste Strecke: von da nach Westen zu fahren, nach Essen.“ Fünf Kilometer seien es bis nach Kettwig, mit weiteren fünf zurück sei der Gelegenheitsradler durchaus zufriedenzustellen.

Heiligenhaus betrachtet sich als Fahrradstadt, da ist der Panoramaradweg ein logischer Anknüpfungspunkt für eine Leihstation. Schon in der Bauphase sei die Idee entstanden, sagt Krahl, schließlich wolle man den Radweg „nutzen, bespielen, Appetit machen“. Appetit machen auf den Radweg, auf Fahrräder, auf Heiligenhaus. „Touristisch sind wir in den Anfängen“, gibt der Straßenbauer zu, aber er findet: „Man sieht immer mehr Fahrräder in der Stadt. Das ist über den Tourismus gekommen.“ Der soll mehr Besucher in die Stadt bringen, ob per Pedal oder anderweitig. Auch Reisende ohne eigenes Zweirad sollen aufsteigen können: „Die Ausrede: ,Ich habe gar kein Fahrrad’ soll nicht gelten.“

Konkrete Pläne, wie der fahrradlose Bürger hinter den Lenker gebracht werden soll, gebe es zwar nicht, sagt Krahl. Ideen präsentiert er aber einige: „Es sollte die Möglichkeit geben, bis Wülfrath durchzufahren.“ Schließlich will der geneigte Fahrradfahrer nicht an der Stadtgrenze umsatteln müssen. Mit Vertretern aus Ratingen hat die Verwaltung schon gesprochen, denn ein etwaiges Leihsystem sollte kompatibel sein mit jenem nebenan – Ratingen ist die bislang einzige Kreisstadt, die schon ein Fahrradleihsystem eingeführt hat.

Die Grenze für solche Pläne liegt weniger am Ortsausgangsschild als im Portemonnaie. Eine Fahrradausleihe wäre eine freiwillige Aufgabe, und für die ist es als Stadt im Haushaltssicherungskonzept schwierig, Gelder lockerzumachen. „Man muss realistisch sein, was man stemmen und unterhalten kann und wofür der Bedarf da ist“, sagt Krahl. Eine ganze Flotte von Leihrädern, wie sie zum Beispiel durch Duisburg rollt, könne nicht das Ziel sein. Der Betreiber dieser Stationen aber, der VRR mit dem Metropolrad Ruhr, sei als Partner durchaus auch für Heiligenhaus interessant. Eine Alternative sieht Krahl darin, die Radstation von Ehrenamtlern betreiben zu lassen oder von Gastronomen.

Auch wenn diese Überlegungen gerade erst Fahrt aufnehmen: Krahl hofft, dass 2014 zumindest die ersten Test-Leihräder losrollen könnten.

Ratingen radelt im Kreis voran

Ratingen ist bislang die einzige Stadt aus dem Kreis Mettmann, die an eines der Verleihsysteme in der Region angeschlossen ist. Am Bahnhof Ratingen-Ost können willige Pedalisten eins von zehn Cityrädern mieten.

Sie sind Teil des Vermietungsverbunds Revierrad und können an jeder der 22 Leihstationen zurückgegeben werden. Die Ratinger Station wird von der katholischen Frauengemeinschaft kfd betrieben und hat nur unter der Woche geöffnet. Das Mieten eines Fahrrads aus einem Verleihsystem funktioniert in den meisten Fällen mobil:

Zahlencode über Handy

An der Station rufen Kunden eine Hotline an, geben über die Handy-Tastatur die Nummer des gewünschten Rads ein, bekommen einen Zahlencode mitgeteilt, mit dem das Schloss zu öffnen ist, und können losradeln. Das Abgeben des Rades erfolgt analog an derselben oder einer anderen Station des Systems.

Die meisten Leihrad-Anbieter offerieren neben Tages- oder Halbtagespauschalen auch eine Abrechnung pro halber Stunde oder Stunde; bezahlt wird üblicherweise per Bankeinzug oder mit der Kreditkarte.

 

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