Heiligenhaus fährt Rad

Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. Ganz im Zeichen des Zweirades stand am Freitagabend der Neujahrsempfang in der Kant-Aula. Neben den überall im Saal aufgestellten kleinen Bäumchen machten die in den olympischen Farben gespritzten Vehikel auf der Bühne sowie eine Bilderserie mit Motiven vom alten und neuen Bahndamm Lust darauf, sich auf den Sattel zu schwingen und in die Pedale zu treten.

Zumindest gedanklich. Denn noch ist der Panoramaradweg im Bau, die Eröffnung wie berichtet für Mitte 2011 angepeilt. Doch schon jetzt ist sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch sicher, dass dieser Radweg durch Velbert, Heiligenhaus und Wülfrath „etwas ganz Besonderes ist“. Mit über 22 km sei der Alleenradweg länger als die „Korkenziehertrasse“ und die Nordbahntrasse im Bergischen , er bilde eine Verbindung von der Ruhr bis Wuppertal und ins Bergische, „weil wir ihn in Kooperation mit der Stadt Essen bis hinunter nach Kettwig bauen“. Der Panoramaradweg füge sich in das Bahnradwegenetz Richtung Sauerland ein und werde nach seiner Fertigstellung der drittlängste Bahnradweg in ganz Europa sein.

Für diese Bedeutung ein Bewusstsein schaffen, darum gehe es in diesem Jahr. Auch wenn es bisher eher beschwerlich für Radfahrer in der Stadt aussah: „Heiligenhaus ist eine Fahrradstadt!“, gab sich Bürgermeister Heinisch in seiner Neujahrsansprache enthusiastisch. Groß seien die Chancen dieses Projektes, denn nicht nur Einheimische werden einen neuen Weg zur Schule, zur Arbeit oder für die Freizeitgestaltung haben. Heinisch sieht überdies touristische Zweiradfahrer in der Stadt: „Wir müssen sie nur zu locken verstehen.“ Vermarktung sei das Stichwort. Unter anderem soll dazu ein Unterstützertag am 3. Februar in der Kant-Aula stattfinden.

Außenwirkung, an der habe es bei den Kulturhauptstadt-Projekten 2010 gefehlt, machte der Bürgermeister in einem Rückblick seinem Ärger Luft. Wunderschöne Augenblicke habe es gegeben, große Ereignisse wie das Jugendkulturcamp oder das Weihnachtsdorf – „Doch wer außer uns hat’s eigentlich bemerkt?“ Die überregionale Aufmerksamkeit sei gering gewesen.

Auch die Ansiedlung der Fachhochschule Bochum – sie läuft nicht in allen Punkten ohne Probleme. Denn mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes werde um das kleinste Detail gerungen, „während zur gleichen Zeit beim laufenden Fachhochschulneubau in Düsseldorf plötzlich festgestellt wird, dass 18 Millionen Euro in der Planung fehlen. Aber das ist dort kein Problem.“

In einem Schlenker wies Heinisch auf die A44 hin. Zwar habe sich ein Landwirt erfolgreich gegen eine Verfügung der Bezirksregierung auf seinen Flächen gewehrt, doch sei „dieser Stopp ein maximal temporärer“. Es stehe fest: „Die Autobahn wird gebaut!“

 

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