Großes Kino auf der Autobahn in Heiligenhaus

Großes Kino wirft seine Schatten voraus: Plakate (hier Ratinger Straße) weisen auf den Film-Schauplatz hin.
Großes Kino wirft seine Schatten voraus: Plakate (hier Ratinger Straße) weisen auf den Film-Schauplatz hin.
Foto: FUNKE Foto Services
Heiligenhaus ist am 15. Juli erneut Film-Schauplatz beim Sommerkino der Filmstiftung NRW. Gezeigt wird „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkan“.

Heiligenhaus..  „Eyjafjallajökull“ – was ist das denn für ein Name, der da auf Plakaten im Heiligenhauser Stadtgebiet zu sehen ist? Eine Autobahnausfahrt auf der A44? Ja, zumindest für den Abend des 15. Juli ist das zutreffend. Denn dann ist Heiligenhaus erneut Film-Schauplatz, und zwar just auf einem schon fertig gestellten Autobahnteilstück an der Ratinger Straße.

Kino unter freiem Himmel an einem ungewöhnlichen Ort, das gehört zum Konzept der Film- und Medienstiftung, die alljährlich in den Sommermonaten mit einer aufblasbaren Leinwand durch ganz NRW tourt. In Heiligenhaus hat das Team von Organisatorin Anna Fantl schon häufiger Station gemacht, „denn dort lässt man sich immer wieder was Überraschendes einfallen“, freut sich die Filmfrau.

So auch in diesem Jahr. Passend zur Autobahn gibt’s den Film „Eyjafjallajökull – Der unaussprechliche Vulkan“. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen Valerie (Valére Bonneton) und Alain (Dany Boon), die auf dem Weg zur Hochzeit ihrer Tochter sind. Doch die beiden Ex-Eheleute verbindet neben dem gemeinsamen Kind nur noch abgrundtiefer Hass. Dummerweise sitzen sie im selben Flugzeug, als der isländische Vulkan Eyjafjallajökull ausbricht und mit seiner Aschewolke den gesamten Flugverkehr über Europa lahm legt. Die Maschine muss in München notlanden und wird von dort auch nicht wieder starten. Um die Feier in Athen dennoch zu erreichen, müssen sich die beiden einen Mietwagen teilen. Es beginnt ein Trip mit Hindernissen…

Warum gerade dieses Roadmovie gezeigt wird? „Die Entscheidung hat natürlich die Filmstiftung getroffen, da gab’s keinen Bürgermeisterbonus“, sagt Dr. Jan Heinisch, dessen Vorschlag angenommen wurde. Wie er auf die Idee kam? „Weil auch ich damals festgesteckt habe“, erinnert er sich an das Jahr 2010. Auf der Rückreise von Mallorca war für ihn aufgrund der Aschewolke auf dem Flughafen in Wien Schluss. Heinisch hatte neben Koffer und Rucksack allerdings noch ein Fahrrad dabei, was die Weiterfahrt mit einem ICE problematisch werden ließ.

Roadmovie war die erste Wahl

Das Gepäckstück passte nirgendwo hin: „Beim Personalwechsel in Passau musste ich raus.“ Einen der letzten Mietwagen konnte er noch ergattern, doch in der Eile waren Rucksack und Kamera im Zug geblieben. Also musste er erst dem Zug nach Regensburg folgen, konnte dort seinen Rucksack wieder in Empfang nehmen und seine Reise endlich fortsetzen. „Ohne eine gute Freundin von der Feuerwehr, die mit dabei war, hätte ich da wohl verzweifelt“, sagt Heinisch. Der Kinostreifen über den unaussprechlichen isländischen Vulkan sei daher für ihn die erste Wahl gewesen, als gemeinsam mit dem Stadtmarketing beraten wurde, mit welcher Bewerbung für das sommerliche Open-Air-Kino man dieses Jahr dabei ist.

Zum Filmereignis selbst, bedauert Heiligenhaus’ erster Bürger, sei er allerdings diesmal nicht dabei. Er weilt im Urlaub.

Rahmenprogramm mit Musik, Tanz und Bewirtung

Das Rahmenprogramm für die Kinonacht am 15. Juli steht. Ruth Ortlinghaus, Sprecherin des Stadtmarketing-AK Kultur und Gesellschaft, spricht allerdings von einer „großen Herausforderung“. Denn anders als bei den Vorführungen der Vorjahre – u.a. auf dem Rathausplatz oder bei den Silos am alten Güterbahnhof – gibt es auf dem Autobahnteilstück keinen Strom. Abhilfe schafft ein leistungsfähiges Stromaggregat der Feuerwehr.

Das macht Musik, Tanz, Gastronomiebetrieb und am späten Abend die Kinoaufführung möglich. Ab 20 Uhr sollen verschiedene Attraktionen die Menschen auf die noch nicht genutzte Autobahntrasse locken (zum Transport stehen im Übrigen Shuttlebusse zur Verfügung). Die Band BT Light sorgt mit Coverrock für gute Laune, zwei Rock’n’Roll-Paare zeigen ihr Können – und wer es ihnen gleichtun möchte, hat dazu im Anschluss unter Anleitung eines Trainers der Tanzschule Heigl Gelegenheit dazu. „Passend zum Film, in dem es ja um Ehezwist geht, gibt es Sketche von Elke Heidenreich und Erich Kästner“, erzählt Ortlinghaus. In Szene gesetzt werden sie von der „Zwar“-Theatergruppe.

Die Lions und Leos sind das dritte Mal mit von der Partie. Sie helfen u.a. am Grill- und Weinstand, betreiben Popcornmaschine und Cocktailbar. Sandstrand-Ambiente wird es diesmal allerdings nicht geben – am nächsten Tag wird schon wieder gearbeitet auf der A44-Baustelle. Die Besucher werden es sich, da sind die Organisatoren sicher, dennoch gemütlich machen.

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