Großer Bahnhof auf der Trasse

Foto: WAZ

Heiligenhaus.. Nur eine ganz kurze Pause legte der Regen ein, als am Freitag (7. Mai) der erste Kilometer des innerstädtischen Alleenradwegs für die Öffentlichkeit freigegeben wurde. Gut beraten war, wer einen Schirm dabei hatte, denn unter dem kleinen gelben Pavillon wurde der Platz schnell knapp.

Mit 150 Schülern war allein die International School gekommen, und die mischten sich zusammen mit Suitbertus- und Realschülern unter die Vertreter aus Politik und Verwaltung. Zu Fuß, mit Fahrrädern und Skateboards, Rollern und so genannten Sieben-Meilen-Stiefeln (eine Art Trampolin-Feder zum Unterschnallen) eroberten Kinder und Jugendliche das rund drei Meter breite Trassenstück. Von der sanierten Brücke über dem künftigen Hefelmann-Park ging’s zielstrebig in Richtung Bahnhofstraße.

Der Eis-Wagen stand bereit

Kurz hinter der Waggonbrücke stand ein Eis-Wagen bereit (bestellt von der Stadt). „Vielleicht nicht unbedingt passend zum Wetter“, gab Bürgermeister Dr. Jan Heinisch zu. „Aber immerhin haben wir keinen Schnee – wie im Sauerland.“ Den Kindern war das Wetter indes egal: Eis geht immer! (Und kostenlos erst recht.) Am Ende war die Warteschlange allerdings so lang, dass viele Schüler angesichts des Nieselregens dann doch ohne Hörnchen den Rückweg in ihre Klassenzimmer antraten.

„Einen großen Bahnhof auf der ehemaligen Bahntrasse“ bot die Stadt zur Eröffnung des ersten Wegestücks in der Innenstadt. Und wollte damit Geschmack machen auf mehr Alleenradweg, der übrigens – ganz offiziell und langatmig – Panorama-Radweg Niederbergbahn heißt. 25 Kilometer sollen es ja mal werden (davon acht auf Heiligenhauser Stadtgebiet). Und so waren auch Vertreter der beteiligten Städte Velbert und Wülfrath sowie des Kreises Mettmann bei der Teil-Eröffnung in Heiligenhaus dabei. Gekommen war zudem Dipl.-Ing. Ulrich Diehl, der Erfinder der Waggonbrücke, die mittlerweile bundesweit viel positive Resonanz gefunden hat.

Noch einige Restarbeiten

Der erste innerstädtische Kilometer zwischen Kettwiger Straße und Bahnhofstraße hat gleich zwei Aussichtspunkte zu bieten: die Brücke über den künftigen Hefelmann-Park (auch ohne Denkmalschutz wurden hier die alten Geländer-Ornamente sorgsam restauriert) und die spektakuläre Waggonbrücke.

Jeweils am Anfang und am Ende der Bauwerke sind Betonschwellen mit den Namen der überbrückten Bereiche oder Straßen eingelassen – zur besseren Orientierung. Anschlusspunkte, zum Beispiel in Rampenbereichen, sind gepflastert, um hier die Aufmerksamkeit der Nutzer zu erhöhen. Die Trasse selbst, sie ist asphaltiert. Dass das „ein hart umkämpftes Thema“ war, auch daran erinnerte Dr. Heinisch gestern.

Bloß noch Restarbeiten stehen am ersten Teilstück aus: Poller und Zäune sowie Verdichtungsarbeiten am Wegesrand. Für die Nutzbarkeit spielt das allerdings keine Rolle – zumal: „Ich bin hier sogar schon hergeradelt, als da noch die großen Baumaschinen standen“, bekannte ein Senior und setzte schmunzelnd hinzu: „Da war’s hier noch schön leer.“ Was ihn trösten könnte: So voll wie bei der Eröffnung dürfte es künftig – bei allem Optimismus – eher selten auf der Trasse sein.

 

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