Geschichten hat er immer auf der Pfanne

Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. Jeden Morgen um sieben zieht er seine Bahnen im Schwimmbad. Am liebsten draußen – und das sogar im Winter. Radtouren unternimmt er ebenfalls mit seiner Frau. Die sind zwar nicht mehr so ausgedehnt wie früher (da ging’s zum Beispiel nach Paris und Masuren). Aber an Rhein und Ruhr entlang, das ist für August Steinbrink selbst im hohen Alter kein Thema: Am 3. Juni wird er 90 Jahre.

Der den WAZ-Lesern seit vielen Jahren bestens bekannte Heimatchronist ist ein echter Heljenser, gebürtig aus Hasselbeck. „In der Familie wurde ich immer ‘dat Jöngken’ gerufen“, schmunzelt er. In Anlehnung daran nennt er sich seither „Jöngken ut Hasselbeck“, wenn er daheim an seiner Schreibmaschine sitzt und Texte im Heljenser Platt verfasst – Anekdoten zumeist, die ihm zugetragen wurden. Überhaupt: Das Geschichtenschreiben ist seine zweite Natur. Zwei Bücher hat er veröffentlicht. Ob es irgendwann ein drittes geben wird – wer weiß. „Genug Themen habe ich auf jeden Fall!“

Das Besondere: Die Bücher hat er zunächst auf Platt geschrieben und erst anschließend den hochdeutschen Text, „damit alle es verstehen können.“ Seine Zielgruppe waren eigentlich die beiden Enkel. Für sie hat er seine Lebensgeschichte zu Papier gebracht – etwa über Schulerlebnisse, die heimische Industrie (der Industriekaufmann war 46 Jahre bei Steinbach & Vollmann beschäftigt), Kriegs- und Nachkriegsereignisse. Außerdem beleuchtet er die Lebensumstände, Verkehrsmittel, Gebäude und Straßen in der Landgemeinde Heiligenhaus. Dazu passt, dass Steinbrink 15 Jahre den Geschichtsverein als erster Vorsitzender leitete und seit langem im Redaktionsteam des evangelischen Gemeindebriefes mitwirkt.

Wann immer August Steinbrink in der WAZ-Redaktion vorbeischaut, hat er zudem für unsere Leser etwas Historisches auf Lager. Oder etwas über die Imkerei. Ein weiteres Hobby, das der Hetterscheidter betreibt. Schon seit 1949 kümmert er sich um die Immen. Fünf Völker hat er derzeit, „aber der Ertrag wird dieses Jahr ganz mager. Wegen des langen Winters. Mal schauen, ob er überhaupt für unsere Brote reicht. . .“

Zu seinem Ehrentag erwartet der Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Bügertalers (beides 1993) sowie des französischen Verdienstkreuzes (1985) etliche Gäste. „Wir haben quasi Tag der offenen Tür“, lacht seine Gattin Ingrid. Die Heiligenhauser Zeitung wünscht eine schöne Feier!

 
 

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