Gemeinsam effizienter retten

Rettungsdienst Ratingen/Heiligenhaus wird es zukünftig in beiden Städten heißen.
Rettungsdienst Ratingen/Heiligenhaus wird es zukünftig in beiden Städten heißen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Kooperation der Städte Ratingen und Heiligenhaus im Bereich Rettungsdienst wird in der ersten Jahreshälfte beginnen.

Aus zwei mach eins – und das ohne negative Folgen auf beiden Seiten. Der Ratinger Rettungsdienst hat ein großes Gebiet, das abgedeckt werden muss. Der Heiligenhauser Rettungsdienst musste immer sehr gut planen und manchmal die Daumen drücken, damit es nicht zu personellen Engpässen kommt. Eine Zusammenarbeit löst diese Probleme.

„Es ist eine Kooperation, von der alle Seiten profitieren – die Städte Heiligenhaus und Ratingen, aber vor allem auch die Bürger beider Städte“, ist sich Bürgermeister Dr. Jan Heinisch sicher. Bereits zum 1. Januar sollte die Kooperation starten. Die Räte haben beschlossen, die Verwaltungen gearbeitet, aber nun gibt es noch aus juristischer Sicht Dinge zu klären. Vor allem mit den Versicherungen, die für die Fahrten schließlich zahlen. Innerhalb der ersten Jahreshälfte, so Heinisch, werde der Rettungsdienst Ratingen/Heiligenhaus aber dann auch endlich starten.

Für die Heiligenhauser heißt das ganz konkret: Es fällt nichts weg. Entgegen einzelner Befürchtungen, der Heiligenhauser Rettungswagen könnte dann eventuell nach Ratingen abgerufen werden, gibt Heinisch ganz klar Entwarnung: „Nein, das passiert auf gar keinen Fall, denn schließlich ist ja gerade der Heiligenhauser Standort für die Ratinger interessant“, erklärt er anhand eines Plans. Der Bereich, den die Ratinger Retter abdecken müssen, ist groß: Von den Standorten nahe der Innenstadt und Lintorf aus sind die weiter entlegenen Ortsteile Homberg oder Hösel in 11,6 Minuten erreichbar – von der Heiligenhauser Wache aus in nur 5,6 Minuten. „Das sind wesentliche Minuten, wenn es um die Rettung von Menschenleben geht“, erklärt Heinisch.

Von der Kreisleitstelle aus werden dann zukünftig diese Standorte dementsprechend eingeteilt. „Das heißt aber nicht, dass wir dann in Heiligenhaus unterversorgt sind“, beruhigt Heinisch. Denn neben dem Rettungswagen wird es auch weiterhin Ersthelfer der Freiwilligen Feuerwehr rund um die Uhr an der Wache geben. „Wir sind ja heute auch schon teilweise in Ratingen oder auch Velbert unterwegs, wenn die Wagen dort eingebunden sind.“

Für Heiligenhaus ist die Kooperation ein Nullsummenspiel. Die Heiligenhauser Rettungsleute bleiben weiterhin Heiligenhauser Beamte. „Das war einigen auch sehr wichtig. Sie werden nur offiziell nach Ratingen abgeordnet“, berichtet Heinisch. Die Kosten werden von den Ratingern erstattet.

Verschwunden sein wird für die Heiligenhauser nur die Sorge, den Betrieb personell zu gewährleisten, gerade in Hochzeiten wie Sommerferien oder Krankheitsfällen. „Mit zehn Mann ist das anders als insgesamt mit über 90 planbar“, erklärt Michael Borowski, Leiter der Technischen Betriebe, erfreut.

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