Gelassenheit statt Emotionen

Redaktion Heiligenhaus
Schiedsfrau Elke Lohmeier gibt ihr Amt auf. Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und Schiedsmann Horst Hendele verabschieden sie.
Schiedsfrau Elke Lohmeier gibt ihr Amt auf. Bürgermeister Dr. Jan Heinisch und Schiedsmann Horst Hendele verabschieden sie.
Foto: Stadt Heiligenhaus
Elke Lohmeier gibt ihr Amt als Schiedsfrau ab. Die Stadt sucht nun einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin.

Heiligenhaus.  Die Stadt Heiligenhaus sucht für den Schiedsamtsbezirk I eine neue Schiedsperson, die durch den Rat der Stadt Heiligenhaus für die Dauer von fünf Jahren gewählt wird. Die Aufgabe einer Schiedsperson („Schiedsamt“) besteht darin, Streitigkeiten – zivilrechtlicher und strafrechtlicher Art – zu schlichten und zum Abschluss zu bringen.

Die bisherige Amtsinhaberin, Elke Lohmeier, hat ihr Amt aufgrund ihres Umzugs nach Rheinland-Pfalz aufgegeben. „Dieser Schritt ist mir wirklich schwer gefallen, aber er ist natürlich unvermeidbar“, erklärte Elke Lohmeier. „Das Schiedsamt hat mir große Freude bereitet. Die mitmenschlichen Erfahrungen, die ich dabei gemacht habe, möchte ich wirklich nicht missen.“ Bürgermeister Dr. Jan Heinisch dankte Elke Lohmeier im Rahmen einer Besprechung mit ihrem Kollegen Horst Hendele, dem Schiedsmann für den zweiten Schiedsbezirk der Stadt.

Vielfältige Bereiche

Beide Schiedsleute in Heiligenhaus vertreten sich bei Verhinderungsfällen gegenseitig und arbeiten daher eng zusammen. „Außerdem habe ich anfangs nach dem Einführungsseminar am Gericht eine Zeit lang bei Horst Hendele hospitiert. Das war wirklich hilfreich, um sich in diese Aufgabe einzufinden“, ermuntert Elke Lohmeier etwaige Interessenten für diese Aufgabe.

Eine Schiedsperson wird in vielen Bereichen tätig, unter anderem bei Nachbarschaftstreit, Schmerzensgeld und sonstigen Schadensersatzansprüchen, aber auch bei leichter Körperverletzung oder Hausfriedensbruch, Beleidigung oder Sachbeschädigung. „Geduld, Neutralität, Gelassenheit statt Emotionen“ – diese Eigenschaften hält Horst Hendele bei der Amtsausübung für besonders wichtig. „Am Ende soll es ja zwei Sieger geben und keinen Verlierer, weil man gemeinsam einen Vergleich erarbeitet.“ Am Ende seien alle froh, dass es keinen Streit mehr gebe.

Eine juristische Vorbildung wird für das Schiedsamt übrigens nicht erwartet. Es kann von Bürgerinnen und Bürgern übernommen werden, die zwischen 30 und 70 Jahre alt sind, die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Ämter haben und nicht unter Betreuung stehen. Außerdem muss derjenige oder diejenige im betreuten Schiedsamtsbezirk wohnen. Bei dem vakanten Schiedsamtsbezirk I handelt es sich im Wesentlichen um die Stadtgebiete Heide, Hetterscheidt, Dümgesweg, Tüschen und das so genannte „Malerviertel“ rund um das Gymnasium.