Fuß- und Fahrradland Heiligenhaus

Eine durchgehende Fahrradtrasse auf Heiligenhauser Stadtgebiet gibt es schon: den Panoramaradweg.
Eine durchgehende Fahrradtrasse auf Heiligenhauser Stadtgebiet gibt es schon: den Panoramaradweg.
Foto: WAZ FotoPool
Hans Jörgens vom Verkehrsclub Deutschland schlägt vor, dass die Stadt Mitglied einer fahrrad- und fußgängerfreundlichen Städte-Initiative wird. Der WAZ erklärt er, was das bringen und bedeuten würde.

Heiligenhaus.  Ratingen ist es schon, Velbert hat eine Arbeitsgemeinschaft eingerichtet, um es bald zu sein: Mitglied in der landesweiten „Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte“ (AGFS). Da hat Dr. Hans Jörgens sich vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Mettmann gefragt: Warum nicht auch Heiligenhaus?

Die Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Städte NRW hat über 70 Mitgliedstädte. Mit der Idealvorstellung von Städten „mit Lebens- und Bewegungsqualität“ will sie auf verbesserte Strukturen der „Nahmobilität“ hinwirken. Zwei ihrer erklärten Ziele sind zum Beispiel, den Fahrradfahrer-Anteil am Individualverkehr auf 25 Prozent zu steigern und es Fußgängern so einfach wie möglich zu machen, Autofahrten zu vermeiden. Laut Jörgens sind statistisch die Hälfte aller Autofahrten in Deutschland nicht länger als drei Kilometer und damit – so Jörgens – durch Radfahrten ersetzbar.

In dieser Woche fand der hiesige VCD-Stammtisch im Club in Heiligenhaus statt. Da hat Jörgens das Thema zur Sprache gebracht. Auch Parteien waren anwesend. Von manchen seien auch skeptische Stimmen gekommen, sagt der VCD-Ansprechpartner. Zum Beispiel, dass das Heiligenhauser Profil zu hügelig sei. Das will Jörgens aber nicht uneingeschränkt gelten lassen: „Die Topographie ist schwierig. Aber E-Bikes und Pedelecs sind unheimlich im Kommen.“ Mit Elektrofahrrädern sei das ohne Probleme zu schaffen.

Wie kommt man mit dem Fahrrad durch die Hofermühle oder nach Mettmann?

Der Verkehrsclub VCD will die Vorteile einer Mitgliedschaft in der Initiative der fahrrad- und fußgängerfreundlichen Städte in nächster Zeit an die hiesige Verwaltung herantragen.

Eine Mitgliedschaft in der AGFS wäre für die Stadt natürlich mit einigen Bemühungen um Fußgänger und Radfahrer verbunden. In Ratingen hat Jörgens den Aufnahmeprozess als Experte in den kommunalpolitischen Gremien mitverfolgt: „Allein schon, dass im Rat und in den Ausschüssen immer wieder abgefragt wurde, wo stehen wir da, hat das Thema präsenter gemacht.“ Durch diese Bestrebungen gibt es in Ratingen auch erstmals einen Fahrradbeauftragten.

Einen Fahrradbeauftragten gibt es in Heiligenhaus zwar schon länger, er heißt Andreas Piorek und ist als ADFC-Mitglied und Polizei-Bezirksbeamter stadtbekannt. Trotzdem fällt Jörgens noch manche Stelle ein, an der an Fahrradfahrer nicht oder wenig gedacht ist. Beispielhaft fragt er, wie man als Fahrradfahrer durch die Hofermühle kommt, oder überhaupt mit dem Fahrrad nach Mettmann. Antwort auf Bedenken, dass durch die Senke eh keiner freiwillig mit dem Fahrrad fährt: siehe oben.

Wie man Mitglied wird? Das Aufnahmeverfahren läuft so, dass die Stadt einen Antrag stellt, die Arbeitsgemeinschaft prüft die Aufnahmekriterien: Unter anderem, ob nicht motorisierte Verkehre ausreichend in die Planung einbezogen sind, ob Fahrradtourismus und fahrradbezogene Dienstleistungen gefördert werden, ob es eine „klare, stringente kommunale Radverkehrspolitik“ gibt. Es gibt, so die AGFS, „eine Bereisung vor Ort mit dem Fahrrad“ und einen Bescheid. Die Mitgliedschaft ist auf sieben Jahre begrenzt, danach muss ein Folgeantrag gestellt werden.

 
 

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