Farbenfroher Kunstmarkt lockte ins Museum Abtsküche

Armin Schmidt zeigt auf dem Kunstmarkt Engel, die nicht dem gängigem Weihnachtskitsch entsprechen.
Armin Schmidt zeigt auf dem Kunstmarkt Engel, die nicht dem gängigem Weihnachtskitsch entsprechen.
Foto: WAZ FotoPool
Künstler aus der Region präsentierten am Wochenende im Heimatmuseum an der Abtsküche bunte Bilder und Fotografien im handlichen Format.

Heiligenhaus..  Es sollten keine weihnachtlichen Sachen auf dem Kunstmarkt im Museum am ersten Adventswochenende angeboten werden. Doch gleich am Eingang empfangen jede Menge Engel die Besucher. Diese Engel entsprechen nicht dem üblichen Klischee von pausbackigen Flügelwesen. Armin Schmidt hat auf Bambus und Holzbretter nackte Frauen gemalt und ihnen Flügel gegeben. „Engel haben nicht immer was mit Weihnachten zu tun“, klärt der Künstler auf, „Engel braucht man immer, so zum Beispiel den Schutzengel. Nackt sind die Engel deswegen, weil es sich um paradiesische Wesen handelt, die waren alle nackt.“

Zum ersten Mal gab es im Heimatmuseum an der Abtsküche einen Kunstmarkt. Die Ratinger Künstlerin Ute Augustin-Kaiser, die sonst im Bürgerhaus Homberg ausstellt, ist von der Atmosphäre ganz begeistert. „Wir sind hier freudig aufgenommen worden. Wenn so ein Markt in einem Museum stattfindet, darf man erwarten, dass ein Publikum kommt, das kunstsinniger ist als Besucher eines Bürgerzentrums“, so die Bildhauerin. Stimmt zum Teil.

Große künstlerische Vielfalt

Sigrid Flamme und Wolfgang Ruhrmann schätzen die „Heimatkundliche Sammlung“ als einen schönen Ort und verbinden einen Spaziergang mit einem Gang über den Kunstmarkt. Der hat eine Menge zu bieten, vom gängigen Landschaftbild bis zu ausgefallenen, avantgardistisch angehauchten Exponaten.

Erika Maria Riemer-Sartory beschäftigt sich mit dem Grundthema „Haut der Erde“. „Ich schaue mir die Struktur der Erde unter dem Mikroskop an. Als Künstlerin darf ich übertreiben.“ Das macht sie reichlich, sehr farbintensiv kommen ihre Bilder an. „Ich verarbeite direkt Pigmente wie Zinnoberrot oder Indischgelb“, verrät sie das Geheimnis der Farben. Petra Marita Sadowski aus Neuss beschäftigt sich mit Textilien, die sie mit verschiedenen Techniken bearbeitet. Es ergeben sich abstrakte Muster, die unterschiedlich wahrgenommen werden, manchmal erkennt man Landschaften darin, in anderen Objekten erscheinen Menschen oder Tiere.

Sommerliche Impressionen aus Italien

Anne-Detlef Kaiser widmet sich der Kunstfotografie. Vielen Bildern ist nicht anzusehen, dass sie ursprünglich durch eine Kameraoptik entstanden sind. „Ich bearbeite die Fotos am Computer und hebe sie aus dem Kontext.“ Thomas Pischke stellt Action Painting aus, als Untergrund hat er die Farben des neueren Heiligenhaus-Logos rot, grün und blau genommen. Daneben hat er für das „temporäre Museum“ im alten lutherischen Pastorat eine dauerhafte Dokumentation geschaffen: Eine Broschüre informiert über die Ausstellungen und Aktionen der Gruppe „Kunstquadrat“ in dem Haus mit der klassizistischen Fassade, dessen Zukunft weiter ungewiss ist.

Anneliese Schmidt hält Landschaften in Pastell fest. Neben sommerlich mediterranen Impressionen aus Italien sind auch solche dabei, die schon mal den Novemberblues aufkommen lassen. Gerne gibt sie Szenen vom Hilinciweg von Hetterscheidt bis ins Angertal wieder. „Einige Bilder sind nach Motiven des Stadtfotografen Holger Jahn entstanden. Er gab mir mal einige Fotos und meinte, ich könne danach malen.“ Mit großem Interesse schaut sich Volker Glittenberg zwischen den Objekten um. „Ich einfach neugierig, ich selber habe mal gemalt und mit Speckstein gearbeitet. Es sind auch Sachen dabei, die mir nicht gefallen.“

Ähnlich ergeht es Helga Augustniak. Die Spaziergängerin aus Velbert interessiert sich für Kunst und geht gerne ins Folkwangmuseum. „Viele Dinge interessieren mich schon, aber einige treffen überhaupt nicht meinen Geschmack.“

 
 

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