Endstation Westfalenstraße

Die Anlieferung der historischen Eisenbahnwaggons am alten Güterbahnhof an der Westfalenstraße. Foto : H. W. Rieck
Die Anlieferung der historischen Eisenbahnwaggons am alten Güterbahnhof an der Westfalenstraße. Foto : H. W. Rieck
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. „An Gleis drei ist der Zug eingefahren!“ In Heiligenhaus? Ja, die Aussage von Bürgermeister Jan Heinisch ist richtig. Genau genommen sind es aber zwei Waggons.

Gegen Mitternacht sind ein geschlossener Personenwagen und ein offener Rungenwagen am alten Güterbahnhof eingetroffen – jeweils auf 28 Rädern. Spezielle Tieflader haben die tonnenschweren Wagen geliefert. Ab sechs Uhr morgens werden die ausgemusterten Schätzchen wieder auf die Gleise gesetzt.

„Um fünf Uhr bin ich aufgestanden“, berichtet Hartmut Bornhöfft. Die Aktion berührt ihn. „Ich bin mal mit dem Zug von Wuppertal nach Heiligenhaus gefahren“, erinnert sich Bornhöfft, „das ist aber lange her“. Er findet es schön, dass die Wagen vor Ort sind. „Die Sternachse dort muss so um die hundert Jahre alt sein“, schätzt er.

Achse und Prellbock

Neben den beiden Wagen bekommt die Stadt nämlich auch Accessoires geschenkt. Eine Achse und ein Prellbock werden ebenso wie ein Signal mitgeliefert. „Der Förderverein Wupperschiene schenkt der Stadt die zwei alten Eisenbahnwaggons und die historischen Utensilien“, berichtet Volker Hoven, Fachbereichsleiter Immobilien.

Es schaut fast so aus, als werde der alte Güterbahnhof wiederbelebt. In historischem Gewand mit neuer Funktion wirkt das Areal wie eine zeitverschobene Idylle zwischen der neuen Westfalenstraße und dem postmodernen Gebäude der Waschstraße auf der einen Seite und dem Panoramaradweg auf der anderen Seite. Ein in das tägliche Leben eingebundenes Freilichtmuseum. Die rostigen Tonnen Stahl bleiben aber nicht im Stadion der Korrosion stecken. Vielmehr wird dort Arbeit reingesteckt. Das übernimmt die Caritas. „Im Rahmen eines sozialen Widereingliederungsprojektes wird der Wagen saniert und aufbereitet werden“, berichtet Hoven. Das sei sichergestellt, die Fördergelder dazu genehmigt. „Im Anschluss wird der Wagen, ebenfalls unter der Trägerschaft der Caritas, als Fahrradwerkstatt für den angrenzenden Panoramaradweg fungieren“, erklärt der Fachbereichsleiter weiter.

Investorensuche

„Das Areal ist Mittelpunkt des Wandels“, fasst der Technische Beigeordnete Harald Flügge zusammen. „Jetzt gilt es, die Gebäude in den Fokus zu rücken und Investoren zu finden.“ Ideen dafür schweben am Morgen reichlich in der Luft. Aber nur 2 Minuten 56 Sekunden der Personenwagen. Rekordverdächtig schnell wird der 17 Tonnen-Wagen wieder auf die Schiene gesetzt

 
 

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