Eine Pinnwand für die Kunst

An der Gabionen-Mauer Westfalenstraße hängen jetzt bunte Schuhe. Foto: H. W. Rieck
An der Gabionen-Mauer Westfalenstraße hängen jetzt bunte Schuhe. Foto: H. W. Rieck
Foto: WAZ FotoPool
Bunte Turnschuhe und Inliner an den Gabionen sind entlang der Westfalenstraße aufgehängt. Eine Aktion von „Kunstquadrat“.

Heiligenhaus.. Die Gabionen an der Westfalenstraße dürfen einen zweiten Namen bekommen: Pinnwand öffentlicher Kunst. Bekannt wurde die Mauer, als dort fünf Fahrräder in Form und Farbe der olympischen Ringe angebracht wurden (WAZ berichtete). Zuvor und auch danach finden sich die Vehikel unterschiedlich gruppiert im Stadtgebiet. Stadtplaner Siegfried Peterburs zeigt sich verantwortlich für Idee und Umsetzung. Im Zuge der Pre- und Postwerbung für den Panoramaradweg setzt er nonverbale Signale.

Während die Räder weiter gewandert sind, finden sich an den Gabionen neue Kunstwerke. Es sind Schuhe, Inliner und ein Spazierstock in verschiedenen Farben besprüht. Ob Stadtplaner Peterburs wieder die Gestaltung übernommen hat? „Nein“, sagt er, „ich war es nicht“. Wer dann? Das wüsste er nicht, habe nur eine Vermutung. Peterburs empfindet diese Kunst, die in den Farben und dem Ausdruck seiner Idee nahe kommt, als „eine Art nonverbale Kommunikation“. Es sei wie ein Dialog.

Hinweis auf den nahen Panoramaradweg

„Das stimmt“, bestätigt ein Künstler erfreut, der das neue Werk mitverantwortet. Peterburs’ Verdacht, das Kunstquadrat stecke dahinter, hat sich ebenfalls als richtig erwiesen. Thomas Pischke, der dem Kunstquadrat angehört, erklärt die zwei Bedeutungen ihrer Idee: „Wir haben Schuhe und Inliner dort angebracht, weil der Panoramaradweg mehr ist als ein reiner Fahrradweg.“ Gerne, erläutert er, hätten sie auch noch Rollator und Rollstuhl an die Gabionen gehängt. Offene Fragen findet er nicht geklärt. Pischke weist auf einen Antrag hin, den die WAHL gestellt hat. Sie wollte die kostenlose Mitgliedschaft in der landesweiten Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Städte beantragen. Der Antrag wurde aber verschoben. Er sieht die Logik nicht: einerseits die Aussage des Bürgermeisters „Fahrradparadies Heiligenhaus“ und andererseits die Ablehnung des Antrages. Ferner macht er auf die Problematik zwischen Radler und Fußgänger auf dem Panoramaradweg aufmerksam.

„Street-Art-Kultur par excellence“

„Kunst muss provozieren“, findet Pischke. Aber in erster Linie freut er sich, dass „dieser Ort der Kunst auch von der Stadt akzeptiert wurde“, sprich die Fahrräder dort hingen. Es sei „Street-Art-Kultur par excellence“. Und weiter: „Das ist fantastisch mit fünf Ausrufezeichen“. Die Menschen werden an ungewöhnlichen Stellen mit ungewöhnlicher Kunst konfrontiert, erlebten sie unmittelbar, müssten nicht erst ins Museum gehen. Er spricht ein Hoch auf die Verwaltung aus.

Peterburs’ Idee ist hervorragend angekommen, die Räder sind ein künstlerischer Teil von Heiligenhaus geworden. „Einmal werden sie noch verlegt“, verspricht er, „dann hat es sich ausgelaufen“. Sie sollen entsorgt werden.

 
 

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