Ein Kaktus zum Neuanfang

Der Vorstand des wieder gegründeten Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen (von links): Sprecherin Andrea Schetter, Sprecherein Angela Schenk, Kassierer Jürgen Recker und Beisitzerin Käthelore Geilmann.
Der Vorstand des wieder gegründeten Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen (von links): Sprecherin Andrea Schetter, Sprecherein Angela Schenk, Kassierer Jürgen Recker und Beisitzerin Käthelore Geilmann.
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus. Einen grünen Stadtteil hatten sie sich ausgesucht – die Heide – und das Awo-Familienzentrum mit grünen Anti-Atomkraft-Luftballons dekoriert. Am Mittwoch gründete sich dort ein neuer Ortsverband der Grünen. Der frühere war nach der Kommunalwahl 1999 eingeschlafen und 2006 schließlich aufgelöst worden.

Personell ist es ein Neuanfang. „Wir starten eigentlich bei null“, sagt Initiatorin Andrea Schetter (47). Vor einem Jahr ist sie aus Bayern nach Heiligenhaus gezogen. Hier wollte sie dem Ortsverband beitreten. Und stellte fest: „Es gab keinen!“ Schetters erste ‘Amtshandlung’ war, Öffentlichkeit herzustellen, um Mitstreiter zu finden. Mit Erfolg. Ein harter Kern von zehn Aktiven hat sich gebildet.

Rund 30 Leute waren zu der öffentlichen Versammlung gekommen: eine Handvoll interessierter Bürger, Grüne aus Velbert, Ratingen und Mettmann, Peter Knitsch vom Kreisverband und Landeskassierer Jo Schroers – er überbrachte einen Gründungsvorschuss von 250 Euro.

Auch die Mitglieder der Wahl Alternative Heiligenhauser Liste (WAHL), die sich als Gegengewicht zur CDU-Mehrheit verstehen, hatte man eingeladen. Lothar Nuthmann, tätig in WAHL und der neuen grünen Ortsgruppe, warf sogleich Frage der Doppelmitgliedschaft auf: Die WAHL erlaube, dass Mitglieder zugleich den Grünen angehören. Die Grünen, sagte Knitsch, betrachteten die WAHL zunächst nicht als konkurrierende Liste. Erst zur Kommunalwahl 2014 müssten die Parteien sich für Fusion, Zusammenarbeit oder Konkurrenz entscheiden. Man werde eine Lösung finden, wie etwa in Haan, wo beide eine Liste bilden. Falls nicht, stelle sich „für jeden die persönliche Frage: Für wen macht man das jetzt?““

Bei den Gründungsformalia trafen die sieben anwesenden Heiligenhauser Grünen alle Entscheidungen einstimmig: Sie wählten ihre weibliche Doppelspitze, eine gebürtige Bayerin und eine Velberterin, die lange Jahre in Bayern gelebt hat: Andrea Schetter nannte als ihre Schwerpunkte Umwelt- und Verbraucherschutz. Angela Schenk (41) will sich für Kinder und Jugend einsetzen. Zum Kassierer bestimmt wurde Jürgen Recker (49). Heinz Osterkemper ist einer von zwei Kassenprüfern. Die erste Beisitzerin Käthelore Geilmann (57) erklärte: Sie habe schon immer grün gewählt, sei aber nie aktiv geworden. Jetzt dachte sie: „Bei dem, was in der Umweltpolitik läuft, müsste ich mich engagieren, um einen kleinen Beitrag zu leisten.“

Peter Knitsch freute sich, „dass mit Heiligenhaus der letzte weiße Fleck im Kreis zum grünen wird“. Dem neuen Ortsverein wünschte er: „dass ihr letztlich immer zu einer so einmütigen Entscheidung findet.“ In der Diskussion aber dürfe und solle es kontrovers zugehen. Dafür kenne man die Grünen. Hans-Peter Kaiser aus Velbert schenkte einen Kaktus: „Weil man in der Politik stachelig sein muss.“

Was hecken die neuen Grünen aus? Natürlich wolle man 2014 in den Stadtrat einziehen, so Schetter. Aber vorher sei noch viel Zeit, sich zu engagieren. Geplant sind zwei Filmabende für Jugendliche. Regelmäßige Infoabende für Bürger sind angedacht. Fest steht schon länger: Jeden zweiten Mittwoch ist Grüntisch im Club an der Hülsbecker Straße, der nächste am 15. September um 20 Uhr.

 
 

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