Ein Café für Kaffee-Kenner

Froh über den Baubeginn: (v.l.) Jens Hecker, Uwe Liebergall, Jörn Hecker und Dr. Jan Heinisch.
Froh über den Baubeginn: (v.l.) Jens Hecker, Uwe Liebergall, Jörn Hecker und Dr. Jan Heinisch.
Foto: WAZ FotoPool
Die Bauarbeiten am alten Güterbahnhof haben begonnen, in sechs Monaten soll die Kult-Kaffee-Rösterei an der Westfalenstraße fertig sein.

Heiligenhaus..  Auch wenn der wohlriechende Duft frisch gerösteten Kaffees noch nicht durch die Räume zieht, wird doch schnell ein lebendiges Bild daraus, wie es bald im alten Güterbahnhof an der Westfalenstraße aussehen soll. „Hier sind Theke und Küche“, sagt Uwe Liebergall, als er durch das entkernte Gebäude geht und seine Vorstellungen preisgibt, „und hier kommt ein 100 Jahre alter Kugelröster hin.“ Nach langem Hin und Her haben nun die Bauarbeiten für die neueste Kult-Kaffee-Rösterei begonnen. In einem halben Jahr etwa sollen die Kaffeeenthusiasten die besten Röstungen genießen können.

Investition in sechsstelliger Höhe

Obwohl im März schon Einigkeit mit der Stadt über den Verkauf des seit zehn Jahren leerstehenden Bahnhofs erzielt worden ist, geht’s erst jetzt mit einem neuen Dach los. Um alle Vorschriften einzuhalten, „haben wir eine kleine Ehrenrunde gedreht“, sagt Bürgermeister Dr. Jan Heinisch. So musste zum Beispiel die Stadt, die das Gebäude 2006 von der Bahn erstanden hatte, nachweisen, dass es kein Spekulationsobjekt gewesen sei, das nun mit großem Gewinn verkauft worden ist. „Wir haben erst einmal alle Hausaufgaben gemacht“, ergänzt Uwe Liebergall, „denn das ist kein Projekt, das man so eben huschhusch umsetzt.“

Angesichts einer Investition in sechsstelliger Höhe soll alles passen. „Knackpunkt war, das Dach dicht zu kriegen“, erklärt der Bauherr. So geht’s auch während des Winters mit dem Innenausbau voran. Im 130 Quadratmeter großen Gastronomiebereich mit 44 Sitzplätzen „wird der alte Fachwerkhaus-Charakter beibehalten“, berichtet Jörn Hecker, der mit seinem Bruder Jens das Innenleben gestaltet hat. 100 Gäste sollen auf der Terrasse, gut erreichbar über den Panoramaradweg, Platz finden. Hier erhält ein flacher Güterwaggon den Charme des alten Bahnhofs.

Drinnen grenzt an den Gastrobereich die Rösterei an. Was hier geschieht, sollen die Gäste durch eine Glastür hindurch verfolgen können. Der in drei Etappen entstandene Güterbahnhof „passt vom Zuschnitt her wie die Faust aufs Auge“, ist Uwe Liebergall angetan. Im dritten und letzten Teil sind dann das Lager und durch die zusätzlich eingezogene Decke in der zweiten Etage die Büroräume untergebracht. Dazu gibt’s noch die Kaffeeakademie, also Schulungsräume für gastronomische Kunden. „Und wenn das Interesse da ist, wird es vielleicht auch ein Seminarangebot für den privaten Kaffeegenießer geben“, sagt Uwe Liebergall und zitiert eine Zeitung, die einst die Frage gestellt hat, ob der Kaffee für Genießer der neue Wein sei. „Es geht auf jeden Fall in diese Richtung“, kann er die Eröffnung kaum erwarten.

 
 

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