Ein besonders stilles Örtchen

Aufwendig geplant und gebaut stehen die behindertengerechten Toilettenanlagen am Silo jedoch nicht zur Verfügung und sind schon mit Malereien versehen.
Aufwendig geplant und gebaut stehen die behindertengerechten Toilettenanlagen am Silo jedoch nicht zur Verfügung und sind schon mit Malereien versehen.
Foto: WAZ FotoPool
Öffentliche Toiletten am Panoramaradweg sind stets verschlossen

Heiligenhaus..  Sie sind nagelneu und eigentlich für Nutzer des Panorama-Radwegs gedacht – allerdings stets verschlossen. Die öffentlichen Toiletten an der Westfalenstraße sind deshalb für Manfred Passenheim ein ständiges Ärgernis. Der Wirt der Aule Schmet, der am Standort Westfalenstraße gerne eine Gastronomie eröffnen würde, klagt: „Konstant sind die Türen zu, und jetzt geht es auch los mit den Schmierereien. Schade drum!“

Gebaut worden seien die Toiletten im Vorgriff auf den Panorama park – und eine entsprechend „dauerhaft frequentierte Nutzung“, erklärt der Technische Beigeordnete Harald Flügge auf WAZ-Anfrage. Von der könne aber derzeit noch keine Rede sein. „Wir öffnen die Toiletten für größere Ereignisse, aber so lange die Situation vor Ort so ist, wie sie ist, halten wir es für angemessen, wenn wir sie ansonsten schließen.“ Die Situation, wie sie ist, das soll heißen: keine Gastronomie im Umfeld der stillen Örtchen.

Flügge verweist auf zahlreiche öffentliche WCs in der Innenstadt: „Wir sind da ja ganz gut aufgestellt im Stadtgebiet. Und ich gehe davon aus, dass die Nutzer des Panorama-Radwegs wissen, wo es im Umfeld Toiletten gibt.“ Können Ortsfremde das wirklich wissen? „Wenn es Fremdradler sind, kommen sie ja auf dem Weg an zahlreichen Lokalitäten vorbei, wo’s Toiletten gibt – zum Beispiel die Gastronomie am Sportfeld oder in Velbert.“ Auf dem Ruhrtalradweg gebe es ja schließlich auch nicht alle paar Meter ein stilles Örtchen.

Bleibt die Frage, warum die Stadt dann überhaupt in die WCs an der Westfalenstraße investiert hat. „Wir haben sie ja gebaut, weil wir einen Bedarf sehen“, sagt Flügge. Sie seien quasi eine „Vorleistung“ der Stadt. Ursprünglich habe man an eine Fahrradwerkstatt an dieser Stelle gedacht. „In diesem Sinne war das durchaus vernünftig, das zu machen.“ Jetzt warte man auf Investoren, die das Gelände um den Kornspeicher „lieb gewinnen“, denn, so Flügge: „Es muss eine soziale Kontrolle da sein, damit wir die Toiletten tagsüber öffnen können.“

Auf den von der Stadt herbeigewünschten Investor wartet auch Manfred Passenheim. „Die Stadt hat ja leider kein Geld und kann die Summe, die nötig ist, nicht bezahlen.“ Die vorhandenen Räume seien den Brauereien, mit denen er bislang gesprochen habe, nämlich zu klein. „Die Brauereien sind nur dann bereit zu investieren, wenn dort größere Räumlichkeiten gebaut werden.“

 
 

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