Ein abwechslungsreiches Leben im Bus

Busunternehmer Michael Breiden, hier mit Ehefrau Cornelia,  ist für ein Million Kilometer unfallfreies Fahren bei einer Überraschungsfeier ausgezeichnet worden.
Busunternehmer Michael Breiden, hier mit Ehefrau Cornelia, ist für ein Million Kilometer unfallfreies Fahren bei einer Überraschungsfeier ausgezeichnet worden.
Foto: WAZ FotoPool
Busunternehmer Michael Breiden ist für eine Million Kilometer unfallfreies Fahren ausgezeichnet worden.

Heiligenhaus..  Wenn Michael Breiden in den Alpen unterwegs ist, dann hat er jedes Mal im Hinterkopf: Zwölf Serpentinen habe ich geschafft – aber wie sieht wohl die Dreizehnte aus? Schnell und sportlich die Kurven hoch kommt er nicht, dafür ist sein Gefährt deutlich zu lang. Als Busunternehmer muss er sich immer auf Überraschungen auf dem Weg an einen Urlaubsort gefasst machen. Aber er sorgt dafür, dass die Touristen sicher und heil dort ankommen, wo sie hinmöchten – und für eine Million Kilometer unfallfreies Fahren ist er nun ausgezeichnet worden.

Ein Leben als Busfahrer, dafür benötige man eine Leidenschaft, findet Michael Breiden von Breiden-Touristik. „Für den Job als Busfahrer braucht man absolutes Herzblut. Man muss gerne mit Menschen zusammen arbeiten und darf kein Problem damit haben, den ganzen Tag auf der Bahn unterwegs zu sein. Denn man fährt jährlich gut 80 000 Kilometer, und jedes Mal mit einer anderen Gruppe.“

Diese sind nämlich ganz unterschiedlich, berichtet der 56-Jährige: „Man muss sich immer auf die Leute einstellen. Mal ist es eine ganz ruhige Truppe, mal ein wilder Kegelverein. Letztere können recht anstrengend werden, wenn Alkohol geflossen ist, dann muss man die Gruppe mal etwas zur Ruhe bitten.“

In den 34 Jahren, die Breiden hinter dem Steuer sitzt, hat er dementsprechend viel erlebt. Viel war er in Richtung Süden unterwegs, Österreich, Frankreich, Italien oder Spanien: „Die Fahrten, die man schon oft unternommen hat, sind eigentlich anstrengend, weil man sie schon so häufig gefahren ist. Da ist der Zeitablauf immer gleich, man fährt immer die selben Strecken, sieht die selben Sachen am Straßenrand. Das lann langweilig werden.“

Ansonsten kann sich Michael Breiden nicht über Langeweile beklagen. Bis nach Leningrad ist er gekommen, „als Busfahrer lernt man halt die halbe Welt kennen. Das macht den Beruf so toll: man kommt überall hin, wo die Reisegruppe hinfährt. Sieht unheimlich viel von den Städten, hat die Möglichkeit, kulturell viel kennenzulernen und auch an Programmpunkten teilzunehmen, die die Reisegruppe geplant hat.“

Und man lerne viele interessante Menschen kennen. „Letztes Jahr haben wir viele Musicals betreut, da bekommt man dann auch schon mal einen Blick hinter die Kulissen. Eine Gruppe haben wir zu der Helene Fischer-Show gebracht“, berichtet Breiden. Viele Fahrer berichten ihm dann von interessanten Begegnungen, er habe schon mal mit Frank Zander beim ZDF in Mainz bei Skat gespielt. „Unser Beruf ist nicht nur die Straße, jede Reise ist etwas Besonderes“, findet Breiden.

Besondere Fahrten hatte er zum Beispiel nach Korsika. Hier musste er sich mit Hilfsmitteln wie Paletten selber die Straße verbreitern. Ungern erinnert sich Michael Breiden auch daran, als er einmal vor einer Brücke stand und nicht drüber konnte, damals, als es nur Karten und noch keine Navis gab: „Da musste ich zwölf Kilometer rückwärts fahren. Da kriegt man schon mal Herzklopfen, aber es hilft nichts, man muss ruhig bleiben.“

Doch alles hat er unbeschadet überstanden, und dafür gab es nun bei einer Überraschungsparty die Auszeichnung von der International Route Transport Union (IRU) und dem Bundesverband der Busunternehmer (BDO) für eine Million Kilometer unfallfreies Fahren. Das Doppelte, so schätzt Breiden, hat er aber bestimmt schon auf dem Buckel. Die Auszeichnung ist ein riesen Lob für ihn. Ob er drei Millionen schaffen wird, weiß Michael Breiden noch nicht, aber „das Schöne an meinem Job ist, dass er immer noch Spaß macht.“

EURE FAVORITEN