Die Villa und die Spardose

1905 veranlasste Wilhelm Engstfeld den Neubau des prächtigen Familienhauses an der Hauptstraße.
1905 veranlasste Wilhelm Engstfeld den Neubau des prächtigen Familienhauses an der Hauptstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Ansichtskarten erzählen Ortsgeschichte.

Auf der einen Seite die Spardose, auf der anderen eine prächtige Villa – diese Postkarte aus dem Stadtarchiv zeigt den oberen Teil der Hauptstraße. Rechts thront die Villa Engstfeld, weiter links sieht man das „Spardüsken“ des Schreinermeisters Gottfried Fuhr. Auf der Rückseite der Karte findet man einen Ankunftsstempel aus dem Niederländischen Twello vom 27. November 1906. „Ankunftsstempel gab es zeitweise auch in Deutschland“, berichtet Stadtarchivar Hartmut Nolte.

Die Karte zeigt jedoch nicht nur die Häuser neben der Hauptstraße, sondern auch eine Pferdekutsche auf ihr und ein paar flanierende Passanten. 1905 veranlasst Wilhelm Engstfeld den Neubau des prächtigen Familienhauses, das an das Stammhaus „An der Insel“ angrenzt. Der Name Engstfeld war vor Ort über lange Zeit hinweg eng verknüpft mit der Produktion von Bronzewaren. 1790 wurde das Unternehmen gegründet und galt als „älteste und bedeutendste Spezialfabrik der Branche“. In den Unterlagen des Archivs ist vermerkt, dass dort nicht nur Tür- und Fensterbeschläge jeder Art, sondern Pendeltürgriffe, Geldschrank-, Waggon-, Automobil- und Schiffsbeschlage hergestellt wurden.

Wer anhand historischer Ansichtskarten gerne eine kleine Reise in die Vergangenheit der Stadt machen möchte, kann dem Stadtarchiv im Rathaus-Innenhof einen Besuch abstatten. Dort verwahrt Archivar Hartmut Nolte einen dicken Ordner Stadtgeschichte im Postkartenformat auf.

 
 

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