Die Heiligenhauser Stadtwacht feiert runden Geburtstag

Detlef Dötsch gehört zum örtlichen Stadtwacht-Trio. Das Team ist seit zehn Jahren in Innenstadt und Ortsteilen unterwegs.
Detlef Dötsch gehört zum örtlichen Stadtwacht-Trio. Das Team ist seit zehn Jahren in Innenstadt und Ortsteilen unterwegs.
Foto: Heinz-Werner Rieck
  • Seit mittlerweile einem Jahrzehnt sorgt die Stadtwacht für Ordnung auf den Heiligenhauser Straßen
  • Sie kontrolliert Jugendschutz, Containerstandorte, Anleinpflicht für Hunde und vieles mehr
  • Die drei Mitarbeiter haben aber auch Handschellen dabei und können Platzverweise aussprechen

Heiligenhaus..  Ein Kontrollmodell auf zwei Beinen feiert Geburtstag. Seit Oktober 2006 ist die Stadtwacht auf und an den Heiligenhauser Straßen unterwegs – zu Fuß oder im geländegängigen Dienstfahrzeug mit der markanten Aufschrift. Der kommunale Ordnungsdienst war bei seiner Gründung vor einem Jahrzehnt einer der ersten seiner Art in der Region. Zeit, eine Bilanz zu ziehen.

„In Bevölkerung und Politik kam damals der Wunsch nach mehr Sicherheit auf“, blickt Kerstin Plambeck zurück. Sie ist Chefin des Ordnungsamtes und damit auch für die Stadtwacht verantwortlich. Im Vorfeld des Beschlusses hatten mehrere Polizeibehörden in NRW Bürger nach ihrem Sicherheitsbefinden befragt – und das war subjektiv gestört.

Abends zu zweit unterwegs

Klagen über Vandalismus, aggressives Betteln, wilde Müllkippen, vermehrtes Auftreten von Drogen- oder Alkoholabhängigen hatten auch im Heiligenhauser Stadtgebiet zugenommen. Und zwar nicht nur im Stadtkern, sondern auch in den Ortsteilen. Die Stadt sollte nicht mehr nur auf Verstöße reagieren, sondern präventiv arbeiten – so der Wunsch vieler Heiligenhauser. Außerdem forderten die Bürger Ansprechpartner, die sowohl tagsüber als auch in den Abendstunden unmittelbar auf Beschwerden reagieren können.

„Vorher gab es abends keinen Außendienst“, berichtet Kerstin Plambeck. Heute zeigen die Stadtwächter im Schichtdienst von früh morgens bis spät in die Nacht Präsenz im Stadtgebiet – auch am Wochenende. Ab nachmittags gehen sie aus Sicherheits- und Beweisgründen grundsätzlich zu zweit auf Streife.

Vielfältige Aufgaben

Die Heiligenhauser Stadtwacht ging 2006 mit einem Mitarbeiter an den Start, wurde aber schnell zu einem vierköpfigen Team aufgestockt. Derzeit sind drei Stadtwächter mit ihren blauen Uniformen im Einsatz. Seit der Gründung der örtlichen Stadtwacht vor zehn Jahren ist das Aufgabengebiet gewachsen. Unter anderem kümmern sich die Wächter auch um die Einhaltung des Nichtraucherschutzes, nehmen stichpunktartig Kneipen, Spielhallen und öffentliche Einrichtungen unter die Lupe.

Dort halten sie nicht nur nach Rauchern Ausschau, sondern kontrollieren beispielsweise auch, ob der Jugendschutz eingehalten wird und ob zulässige Spielautomaten im Einsatz sind. Das Team überprüft die Containerstandorte, ob die Produkte in Geschäften ausgezeichnet oder Hunde ordnungsgemäß angeleint sind. „Das Aufgabengebiet der Stadtwacht ist vielfältig“, berichtet Plambeck.

Die Verkehrsüberwachung gehöre jedoch nur in Härtefällen zur Arbeit der Stadtwächter. „Die Stadtwacht schreitet beispielsweise ein, wenn Feuerwehrzufahrten zugeparkt sind oder unangemeldete Autos am Straßenrand abgestellt werden“, erklärt Kerstin Plambeck. Bei Verstößen erteilen die Mitarbeiter nicht nur mündliche und schriftliche Verwarnungen, sondern auch Platzverweise. Manch einer unterschätze die Kompetenzen der Stadtwacht.

Zur Ausrüstung gehören Handschellen

„Zur Ausrüstung gehören auch Handschellen, um notfalls jemanden festzusetzen, bis die Polizei eintrifft. Sie kommen aber nur sehr selten zum Einsatz“, so Michael Borowski vom Ordnungsamt. Aufgabe der Stadtwacht sei es jedoch nicht, Straftaten aufzuklären. Das sei Job der örtlichen Polizei. Mit der die Stadtwacht seit diesem Sommer in einer Ordnungspartnerschaft die Zusammenarbeit ausgeweitet hat. „Die Testphase ist sehr gut gelaufen. Wir machen weiter“, kündigt Plambeck an.

Wie bereits berichtet, waren die Ordnungshüter an Wochenenden gemeinsam in den Nachtstunden unterwegs, um Präsenz zu zeigen und mit Nachtschwärmern ins Gespräch zu kommen. „Wir haben dabei viele gute Gespräche mit Jugendlichen geführt“, berichtet Plambeck, die selbst im Auftrag für mehr Ordnung und Sicherheit Nachtschichten eingelegt hat.

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