Der Ton sprang über

Als Waisenkinder schrubbten sich die Nachwuchs-Sänger beim Musical „Annie“ den Frust von der Seele.
Als Waisenkinder schrubbten sich die Nachwuchs-Sänger beim Musical „Annie“ den Frust von der Seele.
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. Alle Karten waren verkauft, jeder Platz in der Aula des Kant-Gymnasiums besetzt – und alle wollten nur eines: die Schüler der Velberter „Starlight Musical Academy“ singen hören und spielen sehen. Das Programm zu „That’s Musical 2010“ nahm die Zuschauer am Sonntagabend mit auf eine Reise vom Broadway übers West End bis nach Hamburg.

„Es wird auf jeden Fall etwas schief gehen“, prophezeite Musical-Lehrerin Maria Jane Hyde wenige Tage vor der Show. Die Frage sei bloß: „Wie gut die Kinder das überbrücken können – aber das ist eine Lektion, die man direkt als erstes lernt.“ Ein fehlendes Mikro, ein verpasster Einsatz und kleine Texthänger – all diese Dinge sind den Musicalschülern bei ihrem Live-Auftritt in der Kant-Aula passiert. . . doch sie haben die Patzer mit ihrem Lächeln und jeder Menge Charme wieder wettgemacht. „Genauso soll es auch sein, die Kinder sollen Spaß bei ihrem Auftritt haben“, findet Maria Jane Hyde, die auch nach fast 30 Jahren Bühnenerfahrung immer noch über das gesamte Gesicht strahlt, sobald die ersten Töne eines Liedes erklingen.

Heiligenhauserin bekam Applaus für Solo

Nicht viel anders geht es ihrem Ex-Musical Partner (aus „Tabaluga und Lili“) Ross Antony, mit dem sie gemeinsam an diesem Abend durch das Programm führte. Dem TV-Star machte es sichtlich Spaß auf der Bühne zu stehen: ob als Co-Moderator, Backgroundsänger oder sogar beim Wegräumen der Kulissen. „Mit Ross hat man einfach immer Spaß“, so Hyde. Und tatsächlich: Die Zuschauer hatten beinahe das Gefühl, im Wohnzimmer der beiden Musicaldarsteller zu stehen, so locker zeigten sich die Briten. Und was wir in Ross Antony’s Wohnzimmer finden würden, verriet der TV-Promi auch prompt: „Ich habe alle Disney-Filme bei mir zu Hause!“ Kein Wunder also, dass Antony wie ein Flummi über die Aula-Bühne hüpfte, als er das große „Disney-Medley“ ankündigen durfte. Und genau hierbei kam die Heiligenhauserin Lara Szigat stimmlich zum Einsatz. Ihr großes „Annie“-Solo hatte die 13-Jährige bereits gemeistert und dafür tosenden Applaus bekommen. Nun zog sich Lara ihre Katzen-Ohren über und schlüpfte in die Rolle des Erdmännchens „Timon“: Beim „König der Löwen“-Klassiker „Kann es wirklich Liebe sein“ konnte man eine Menge Zuhörer leise seufzen hören.

Etwas für jeden Geschmack

Dasselbe herzliche Seufzen ging auch beim Auftritt der „Musical-Minis“ durch die Reihen. Die jüngsten der „Starlight Musical Academy“ verzauberten mit einer (fast) perfekten Choreographie und in Prinzessinnen-Kleidchen.

Gut drei Stunden lang tanzten und sangen sich die Musical-Schüler von Maria Jane Hyde in die Herzen der Zuschauer. Für jeden Geschmack hielt das Programm passende Lieder parat. Rhythmisch mit „Saturday Night Fever“, skurril mit der „Rocky Horror Picture Show“, sexy mit „Chicago“ oder zum Mitsingen mit „Mamma Mia“. So viel Engagement und Freude auf der Bühne wurde am Ende verdient mit Standing Ovations belohnt.

 
 

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