Campus Heiligenhaus will Schüler für Technik begeistern

Statt Standortleiter Prof. Dietmar Gerhardt sollen im Schülerlabor in Zukunft Schüler tüfteln.
Statt Standortleiter Prof. Dietmar Gerhardt sollen im Schülerlabor in Zukunft Schüler tüfteln.
Foto: Herbert Höltgen / WAZ FotoPool
Der Campus der Hochschule Bochum und die Städte Heiligenhaus und Velbert richten ein Schülerlabor ein. Ab Ende des Jahres soll das Tec Lab Mechatronik Nachwuchswissenschaftler für Technik, Hochschule und die Region ausbilden.

Heiligenhaus..  Die Abrollbewegung beim Bodenturnen nicht nur im Sportunterrichts am eigenen Leib zu spüren bekommen, sondern sie anschließend via Experiment berechnen und das Ergebnis per Smartphone dokumentieren: eine der Möglichkeiten, die das neue Schülerlabor Tec Lab Mechatronik am Campus Velbert/Heiligenhaus der Hochschule Bochum noch dieses Schuljahr bieten soll. Am Freitag stellten die Initiatoren das Labor erstmals vor.

Knapp 73 000 Euro hat die Einrichtung gekostet, dafür warten in einem Experimentierraum nun unter anderem Windkanäle und Kupferspulen auf Schüler von der neunten Klasse bis zur Oberstufe. 20 Nachwuchswissenschaftler finden gleichzeitig Platz im Raum, wenn sie in Zweiergruppen experimentieren; Klassen von im Regelfall um die 30 Schüler müssen in zwei Gruppen aufgeteilt werden.

Pädagogik und Marketing

Für die Schulen eine Ergänzung; für den Campus Werbung in eigener Sache: „Wir bieten hier Möglichkeiten, die die Schulen nicht bieten können“, sagt Prof. Martin Sternberg, Präsident der Hochschule Bochum, und spricht offen von einer Mischung aus „Pädagogik und Marketing“. Campus-Leiter Prof. Dietmar Gerhardt ergänzt: „Schüler sind unsere Kunden für die Zukunft“; künftige Studenten können nicht früh genug an den Campus herangeführt werden. Geht die Rechnung auf, ist der dritte Profiteur die Schlüsselregion, wie Sternberg herausstellt: „Wir wollen gute junge Leute für Technik begeistern. Die sollen hier studieren und danach in den Firmen der Region arbeiten.“ Nicht umsonst können sie unter anderem mit elektronischen Schlössern experimentieren, die vor Ort gefertigt werden.

Das Schülerlabor setzt gezielt da an, wo das kindliche Interesse an Naturwissenschaften oft endet: „Wir wollen die naive Freude am Experimentieren herüberretten“ in die Welt der Formeln und Berechnungen, die im Studium das schlichte Ausprobieren ersetzt, gibt Sternberg das Ziel vor.

Erste Gespräche mit interessierten Lehrern hat es schon gegeben. Jetzt tüfteln Campus und Schulen gemeinsam aus, wie das Angebot in die Lehrpläne einzubinden ist. Ende des Jahres sollen die ersten Schüler im Tec Lab stehen; ab Ende 2014 rechnet die Hochschule mit einem Regelbetrieb von ein bis zwei Schülergruppen pro Tag. Die sollen es anders machen als Bürgermeister Dr. Jan Heinisch, der bei der Vorstellung des Schülerlabors zugab: „Ich habe Physik so schnell es ging abgewählt.“

Das Geld für das Schülerlabor stammt aus dem RegioCluster-Wettbewerb zum Thema „Schließen, Sichern und Beschlag“ des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union. Das Tec Lab Mechatronik richtet sich an Schüler aller Schulformen ab der 9. Klasse . Eine Ausweitung auf frühere Klassen zu einem späteren Zeitpunkt ist denkbar.

 
 

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