Brücke ist wieder zu Hause

Nach zwanzig Minuten lag die Brücke wieder auf den Pfeilern. Bild: Detlev Kreimeier
Nach zwanzig Minuten lag die Brücke wieder auf den Pfeilern. Bild: Detlev Kreimeier
Foto: WAZ FotoPool

Heiligenhaus.. „Und wieder ein Stück fertig“, freut sich Marie-Theres van Wahsen von der städtischen Bauaufsicht beim Blick auf die am Haken hängende Stahlbrücke. Seit Freitag liegt sie wieder auf den Pfeilern über der Parkstraße und vervollständigt ein weiteres Stück des „Panorama Radweges“.

Ein ungewöhnliches Bild bietet sich den Schaulustigen am Freitagmorgen. Mitten auf der Parkstraße liegt die 17 Meter lange Stahlbrücke. Manche Leute reiben sich verwundert die Augen und wagen noch einen Blick. Beim zweiten Mal Hinsehen liegt der Stahlkoloss aber immer noch auf dem Boden – und das ist auch richtig so. Die Brücke ist nämlich gerade erst aus Emlichheim (Niedersachsen) zurückgekommen. Was sie da gemacht hat? Sagen wir es so, die Brücke hat ein Alter erreicht, in dem der Lack langsam aber sicher abbröckelt. Rund zweieinhalb Monate lang wurde sie saniert. „In einer Halle hat man einfach ganz andere Möglichkeiten. So viel, wie es hier im August geregnet hat, wäre kaum an der Brücke gearbeitet worden, wenn wir sie vor Ort saniert hätten“, erklärt Michael Krahl vom Straßen- und Ingenieurbau der Stadt, die Vorteile einer Überdachung. Die Kosten der Sanierung seien trotz des Transportweges aber geringer als wenn man es hier vor Ort gemacht hätte. „Die Kostenprognose liegt bei 140 000 Euro“, so Krahl.

Kostenprognose: 140 000 Euro

Die Brücke wurde gesandstrahlt, so dass sich der ganze Rost in Staub aufgelöst hat. Zudem wurde die Konstruktion auch noch verstärkt, was an der Unterseite gut zu erkennen ist. Der frische Lackgeruch, der schwach in der Luft liegt, verrät, dass die Brücke noch einen neuen Anstrich bekommen hat. „Da sind schon große Unterschiede zu sehen. Das Geländer ist auch neu“, sagt Krahl und hält ein altes Foto der Brücke hoch. Das matschige Grün ist einem glänzenden Rot und Silber gewichen.

Jetzt soll die Brücke aber endlich wieder dahin, wo sie hingehört – in luftiger Höhe über die Parkstraße. Die Seile, an denen sie später wieder auf die Pfeiler gehoben wird, sind schon auf Zug. Der Kranführer wartet eigentlich nur noch darauf, dass die Herren in den orangefarbenen Warnwesten ihre Position einnehmen. Dröhnend springt der leistungsstarke Motor des gelben Monsters an. Wenig später schwebt die zwischen 1913 und 1923 gebaute Brücke über dem Asphalt. Sie auf die Pfeiler zu bugsieren, sieht von unten betrachtet eigentlich ganz einfach aus. Fast so, wie das Stecksystem eines überdimensionalen Legosteines. Einmal in der Luft lassen sich die 30 Tonnen Stahl augenscheinlich mit wenig Kraft händeln.

30 Tonnen schwer und 17 Meter lang

Mit Hilfe eines dünnen Seils korrigiert ein Arbeiter die Richtung, bis die Brücke dann nach 20 Minuten passgenau aufliegt. Mit anschließendem Applaus und Kaffee wird die Brücke wieder zu Hause willkommen geheißen.

 

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