Besseres Internet in Heiligenhaus-Isenbügel gefordert

Standen Rede und Antwort: Bürgermeister Jan Heinisch, Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Scheidtmann und Wirtschaftsförderer Peter Parnow.
Standen Rede und Antwort: Bürgermeister Jan Heinisch, Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Scheidtmann und Wirtschaftsförderer Peter Parnow.
Foto: WAZ FotoPool
Beim Bürgerverein Isenbügel machen Bürgermeister und Wirtschaftsförderung aber Hoffnung auf ein schnelles Internet vor Ort.

Heiligenhaus..  „Es kann schneller gehen, als wir denken.“ Bürgermeister Jan Heinisch machte auf einer Versammlung des Bürgervereins den Isenbügelern Hoffnung, dass sie schon bald in den Genuss einer schnellen Internetverbindung kommen können. „Bis zum Sommer werden wir die einschlägigen Netzanbieter abklappern, in der zweiten Jahreshälfte wollen wir die Gespräche vertiefen“, so der Zeitplan des Bürgermeister.

„Unser Breitband ist nicht breit genug“, klagte zuvor Bürgervereinsvorsitzender Franz-Josef Artz, der bereits seit langem optimales Internet für Isenbügel fordert. Während die Innenstadt bestens versorgt ist, kommt Internet in Hetterscheidt, Tüschen und in Isenbügel nur recht langsam daher. „Weniger als zwei Mbit in der Sekunde“, schimpft ein Isenbügeler, der sich von seinem Provider abgezockt fühlt.

Abzweigungen vom Glasfaserkabel

„Ein Breitbandanschluss ist als Standortfaktor mittlerweile wichtiger als die Verkehrsanbindung“, weiß der städtische Wirtschaftsförderer Peter Parnow, der ausgerechnet hat, dass der Anschluss aller Haushalte mit Glasfaserkabel über 18 Millionen Euro kosten würde – eine Investition, die keiner tätigen wird. „Wir sind dabei, die Braut aufzuhübschen, wir schnüren ein attraktives Paket, um für Netzbetreiber interessant zu sein.“

Diese Variante kostet dann rund 800 000 Euro und sieht so aus: Von einem Glasfaserkabel entlang des Panoramaradwegs führen Abzweigungen ins Gewerbegebiet Hetterscheidt, nach Tüschen und nach Isenbügel. In den Ortsteilen stehen mehrere Kabelverzweiger. In diesen unscheinbaren grauen Kästen werden die Daten in die vorhandenen, herkömmlichen Kupferkabel geleitet, so lässt sich die „letzte Meile“ dank des Vectoringverfahrens ohne großen Komfortverlust überbrücken.

„800 000 Euro, das kriegen wir hin“, verspricht Bürgermeister Heinisch: „Die Stadtwerke, die sich sowieso mit Netzen und Tiefbau auskennen, legen die Leerrohre, ein Netzbetrieber zieht die Glasfaserkabel ein und stellt die grauen Kästen auf. Wir machen, was finanzierbar ist“, so der Bürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke, der die Investition „Geld verbrennen“ nennt und nebenbei bemerkt, dass das Heiligenhauser Schwimmbad dem Unternehmen Stadtwerke einen jährlichen Verlust von 1,2 Millionen Euro einbringt.

Bürgervereinschef Franz-Josef Artz sieht das hingegen ganz anders: „Das steigert den Wohnwert, deshalb ist das eine gelungene Investition.“

„Warum wollen die Stadtwerke das Netz nicht selber betreiben?“ kam die Frage aus dem Publikum in der Dorfkirche. „Selbst wenn wir alle Breitbandanschlüsse in der Stadt hätten, wäre die Abrechnung nicht wirtschaftlich, weil sie so kompliziert geworden ist“, begründet Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Scheidtmann seine Zurückhaltung.

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