Baustart der Autobahnbrücke

Zwei Kräne mit einer Traglast von je 400 Tonnen heben die Überbauteile ein.
Zwei Kräne mit einer Traglast von je 400 Tonnen heben die Überbauteile ein.
Foto: WAZ FotoPool
Überbau der A 44 am Ganslandsiepen wird zusammengesetzt. 150 Tonnen schwere Bauteile werden verschweißt und über das Tal geschoben.

Heiligenhaus.  Straßen NRW über-brückt die Ferienzeit auf seine eigene Weise: An der A44-Baustelle am Ganslandsiepen entsteht aus 150 Tonnen schweren Bauteilen eine Brücke, die bis Ende nächsten Jahres das Tal zwischen Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath überspannen soll. Diese Woche rollen die dafür benötigten Überbauten per 55 Meter langem Schwertransport an.

1000 Tonnen wird der Gesamtüberbau wiegen, „dazu kommt noch der Beton“, betont Baustellenleiter Oliver Wüllner von Straßen NRW. 8,60 Meter breit wird er sein und gut 200 Meter lang. „Das sind die ersten 36 Meter, die hier liegen“, erläutert Wüllner und deutet auf ein dunkel-türkisfarbenes Stahl-Ungetüm, das von zwei 400-Tonnen-Kränen gehalten wird. Später soll darauf der Verkehr in Fahrtrichtung Düsseldorf rollen.

Zwei Monate bis zum ersten Pfeiler

Bis es soweit ist, muss buchstäblich noch einiges überbrückt werden. Oliver Wüllner wird musikalisch: „Die Brücke wird in zwei Takten über das Tal geschoben. Was Sie jetzt sehen, ist die Ouvertüre.“ 64 Meter liegen zwischen dem Überbauteil und dem nächstgelegenen Pfeilerpaar der zukünftigen Brücke; Ende Mai soll es diese Distanz überwunden haben. Bis dahin muss es allerdings zunächst mit zwei weiteren, baugleichen Teilen verschweißt werden. Für den Dreierverbund sind es 80 Meter bis zum nächsten Pfeilerpaar, dann fehlen noch die letzten 64 Meter bis zum Endpunkt. Die gesamten 208 Meter soll der Brückenüberbau Ende Juli hinter sich gebracht haben. „Solche Teile mit einer solchen Dimension und einem solchen Gewicht können Sie nicht in einem Stück einheben“, erklärt Wüllner das stückweise Vorgehen.

Der Brückenüberbau kommt dabei auf den Pfeilern zu liegen. Oben drauf schließt sich die Betonfläche für die Fahrbahn an. Genauer: für die Fahrbahnen. Schließlich bedarf es auch noch der Gegenrichtung nach Velbert. Dieser zweite Überbau wird Ende August in Angriff genommen. „Ende des Jahres sind beide auf der anderen Talseite“, kündigt der Baustellenleiter schon mal an. Die Fahrbahn Richtung Düsseldorf soll dann schon in Form von Beton zu erkennen sein.

Bis dahin kommt noch viel Arbeit zu auf die zurzeit acht Stahl- und vier Betonbauer am Ganslandsiepen. Und auf die Bevölkerung. In zwei Monaten wird die Baustelle vor allem Pendlern Geduld abverlangen. An der Stadtgrenze auf Höhe des Möbelgeschäfts wird aus der Bundesstraße eine Baustelle: Die B227 wird über die entstehende A44 geführt. Oliver Wüllner skizziert den neuen Straßenverlauf mit den Füßen auf der Bundesstraße: „Demnächst wird hier zwölf Meter tiefer die A 44 sein.“

 
 

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