Bahntrassen vernetzen

Die Einweihung des ersten innerstädtischen Teilstucks des Alleenradwegs fand im Mai 2010 statt. Der gesamte Radweg über Velbert und Wülfrath soll am 16. Juli 2011 eingeweiht werden. Wie die Anbindung an den ÖPNV aussehen könnte, darüber hat sich der Fahrradclub Gedanken gemacht. Foto: Arend
Die Einweihung des ersten innerstädtischen Teilstucks des Alleenradwegs fand im Mai 2010 statt. Der gesamte Radweg über Velbert und Wülfrath soll am 16. Juli 2011 eingeweiht werden. Wie die Anbindung an den ÖPNV aussehen könnte, darüber hat sich der Fahrradclub Gedanken gemacht. Foto: Arend
Foto: WAZ

Heiligenhaus.. Als bunt gekleideter Tourist erschien Bürgermeister Dr. Jan Heinisch zu Altweiber – mit Blick auf den Panoramaradweg, der im Sommer die ersten Ausflügler nach Niederberg bringen soll. Der ADFC mag dies mit Wohlwollen registriert haben.

Denn die Ortsgruppe des Fahrradclubs hat dem Landrat Thomas Hendele sowie dem Kreistag kürzlich einige Vorschläge unterbreitet – und hofft bei der Verwirklichung nicht zuletzt auf die Unterstützung der Stadt. Ausgehend von den touristischen Möglichkeiten, die beim Unterstützertag Anfang Februar in der Kant-Aula für den Panoramaradweg aufgezeigt wurden (die WAZ berichtete), geht es dem Verein um die Vernetzung mit anderen Bahntrassenradwegen, wie zum Beispiel der Nordbahntrasse in Wuppertal. Dazu soll der Nahverkehr einbezogen werden.

ADFC regt Fahrradbus an

So könne während des Sommers ein Fahrradbus an Samstagen, Sonn- und Feiertagen die Benutzer des Panoramaradweges nebst Rädern an ihre Ausgangspunkte zurückbringen. „Auch eine Verbindung zu den anderen bergischen Radwegen wäre anzustreben. Dies kann sowohl durch private Busunternehmen als auch den VRR geschehen“, schlägt der ADFC vor.

Ein weiterer Wunsch der Radfreunde: Auf der S-Bahnstrecke S 6 sollte im Bereich der Stadtgrenze Essen-Kettwig und Heiligenhaus ein S-Bahn-Haltepunkt „Heiligenhaus-Panoramaradweg Niederbergbahn“ eingerichtet werden. „Dieser Haltepunkt ermöglicht es Radfahrern auf dem Weg zu oder von der Arbeit autofrei nach Heiligenhaus und Velbert zu gelangen“, argumentiert der Verein und geht sogar noch einen Schritt weiter: Auch am anderen Ende des Panoramaradweges, in Wülfrath-Rohdenhaus, hält der ADFC einen Haltepunkt für eine Regiobahn nach Duisburg beziehungsweise Düsseldorf über Heiligenhaus-Hofermühle und Lintorf für realisierbar.

S-Bahn Halt „Panoramaradweg“ auf der Wunschliste

Ferner geht es den Radlern um Abstellmöglichkeiten für ihre Vehikel: Vandalismus- und diebstahlsicher sowie witterungsgeschützt, beleuchtet und abschließbar sollten sie sein – und an allen Bahnhöfen und Bushaltestellen des Kreises zur Verfügung stehen. Die Finanzierung sieht der ADFC in den Händen des Kreises.

An die Nahverkehrsunternehmen richtet sich ein weiterer Wunsch: Die Fahrradmitnahme in Bussen und Bahnen im Kreisgebiet sollte durch größere Abstellplätze verbessert werden.

Ist das alles realisierbar? Michael Krahl, als Leiter Straßenbau in der Stadtverwaltung der Bahntrassen-Experte: „Vom Grundsatz her sind diese Vorschläge sehr sinnvoll.“ Der Panoramaradweg biete gute Möglichkeiten der ÖPNV-Anbindung. „Wie man das umsetzt, muss man aber genau planen, denn die VRR-Kapazitäten sind sehr begrenzt.“ Der Kreis sei mit der Konzeption des Nahverkehrsplanes beschäftigt, „der Zeitpunkt ist also günstig, das zur Sprache zu bringen.“

Beim neuen S-Bahn-Haltepunkt bleibt Krahl jedoch skeptisch: „Wer bezahlt das? Man muss in diesem Punkt realistisch bleiben. Das wird nicht finanzierbar sein.“ Eine Verbindung zu den bestehenden S-Bahn-Haltestellen zu schaffen, sei hingegen machbar. „Diese Aufgabe haben aber klar die Essener.“

Mehr Platz für Fahrräder

Zusätzlicher Platz in den Bussen und Bahnen für Fahrräder sei wichtig, Unterstellmöglichkeiten an den Haltestellen ebenso, meint Krahl zu den weiteren Vorschlägen des ADFC. „Doch bereits im ÖPNV-Komitee war keine Mehrheit für diese großen Fahrradboxen zu bekommen.“ Hier spiele der Kosten-Nutzen-Faktor eine entscheidende Rolle.

„Möglich machen kann man vieles, wenn die Nachfrage da ist. Zuerst müssen wir den Radweg aber erst einmal fertig bauen“, erinnert Krahl.

 
 

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