30 Tonnen am Haken

Mit einem Autokran wurde Stahlbrücke über der Parkstraße aus den Widerlagern gehoben. Zur Sanierung geht sie nach Niedersachsen. Foto: H.W. Rieck
Mit einem Autokran wurde Stahlbrücke über der Parkstraße aus den Widerlagern gehoben. Zur Sanierung geht sie nach Niedersachsen. Foto: H.W. Rieck
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Heiligenhaus.. Um 6 Uhr morgens waren sie da, die fünf Mitarbeiter einer Baufirma aus Niedersachsen, um die Stahlbrücke an der Parkstraße abzuholen. Im 190 Kilometer entfernten Emlichheim soll sie saniert werden, als weiteres Teilstück des künftigen Panorama-Radwegs.

30 Tonnen schwer, etwa 17 Meter lang und fünf Meter breit – so ein Bauwerk nimmt man nicht mal eben mit. Schweres Gerät war dafür am Mittwochmorgen vor Ort. Mit einem Autokran wurde die ehemalige Eisenbahnbrücke, von den Widerlagern gehoben. „Die liegt nur lose auf“, erklärt Schlosser Helmut Menger. Lediglich die Geländer mussten mit der Flex durchtrennt werden.

Das genaue Baujahr der Brücke an der Parkstraße ist nicht bekannt, es müsste aber zwischen 1913 und 1923 liegen, da in dieser Zeit die Eisenbahnstrecke angelegt wurde. Fest steht: Den letzten neuen Anstrich hat die Eisenkonstruktion 1965 erhalten.

Der Schwertransporter stand schon bereit, um die Brücke in der Nacht nach Niedersachsen zu fahren. Unter Polizeibegleitung – wegen der Überbreite und weil die Hauptstraße zwischen Parkstraße und Abtsküche kurz gesperrt werden musste.

Auf schnellstem Wege zur Autobahn

„Der Transporter prüft schon mal die neue Fahrtrichtung der Entflechtungsstraße“, scherzte Michael Krahl vom Straßen- und Ingenieurbau der Stadt. Denn um auf dem schnellsten Wege zur Autobahn zu kommen, sollte der Lkw entgegen der Einbahnregelung über die Hauptstraße geführt werden. Erst mit Fertigstellung der Entflechtungsstraße wird hier später dauerhaft mit Gegenverkehr zu rechnen sein.

Nach knapp sechs Stunden war die Brücke am Mittwoch verladen und die Sperrung der Parkstraße wieder aufgehoben. Für die Baufirma, die von der Stadt den Zuschlag für die Sanierung der Brücke bekommen hat, ist es nicht der erste Auftrag dieser Art. „Im vergangenen Jahr haben wir eine baugleiche Brücke in Herne saniert“, sagt Helmut Menger. Der Abbau sei im Grunde einfacher als die gesamte Konstruktion vor Ort einzuhausen.

Sechs bis acht Wochen soll die Überarbeitung der Stahlkonstruktion dauern, bevor die Brücke die Heimreise nach Heiligenhaus antreten kann, um an der Parkstraße wieder eingehoben zu werden.

13 Brückenbauwerke auf Heiligenhauser Stadtgebiet sollen Teil des zukünftigen Panorama-Radwegs werden, der am Ende von Essen-Kettwig bis nach Wuppertal führen wird. Davon muss lediglich die große Brücke an der Dieselstraße nicht saniert werden. Begonnen wurde in dieser Woche auch mit den Arbeiten an den Brücken Kettwiger Straße und Görscheider Weg (beide sollen in der Bauphase nutzbar bleiben). Alle anderen Bauwerke sind entweder in Arbeit, schon fertig oder zumindest beauftragt – wie die beiden kleinen Brücken an der Dieselstraße und am Brügelweg.

Der 31. Dezember 2010 steht als Fertigstellungsdatum für den Heiligenhauser Streckenabschnitt im Projektplan. „Aber es ist natürlich völlig klar, dass wir in der zweiten Dezemberhälfte nicht asphaltieren können“, sagt Michael Krahl. Weswegen der Fuß- und Radweg wahrscheinlich eher fertig sein wird. Krahl ist jedoch etwas anderes wichtiger: „Dass bis zum Start der Fahrradsaison 2011 alles fertig ist!“ Und mit „alles“ meint er die gesamten 25,6 Kilometer von Essen über Heiligenhaus, Velbert und Wülfrath bis nach Wuppertal.

 

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