Zwischen St.-Georgs-Kirche und Hörstgen

Alte Postkarte: Die Sprockhöveler Straße um 1910 – am linken Bildrand sieht man die Gaststätte Vieth, daneben die Hillsche Villa.
Alte Postkarte: Die Sprockhöveler Straße um 1910 – am linken Bildrand sieht man die Gaststätte Vieth, daneben die Hillsche Villa.
Foto: Sammlung Wojahn
Im Jahr 1841 ist eine Chaussee gebaut worden, die den Namen Sprockhöveler Straße erhielt. Sie wurde auch „Reichsstraße 51“ genannt und heißt heute Bredenscheider Straße. Gerhard Wojahn erinnert sich.

Hattingen..  Die vermutlich aus dem Jahr 1930 stammende „Luftaufnahme“ ist wahrscheinlich vom Turm der St.-Georgs-Kirche aus aufgenommen. Das Foto zeigt ganz oben am Bildrand den Bergrücken vom Sünsbruch zum Ruhrhöhenweg im Ortsteil Niederholthausen. Davor steht der Wasserturm am Blumenweg (Waldstraße), unterhalb schließt sich der evangelische Friedhof (Hörstgen) zwischen der Bredenscheider Straße und der Friedrichstraße an.

In der Bildmitte ist eine große Straßenkreuzung mit der Persil-Uhr auf einer kleinen Insel zu erkennen. Von jenem zentralen Punkt aus führt nach links die Sprockhöveler Straße, jetzt Bredenscheider Straße, nach rechts oben die Friedrichstraße. Die Sicht auf die nach ganz rechts verlaufende Wilhelmstraße, jetzt Martin-Luther-Straße, ist durch die Häuserreihe verdeckt. Das Gebäude mit dem Fabrikschornstein im linken Bilddrittel stand auf dem Hillschen Areal – jetzt Stadtgarten – zwischen der Grabenstraße und der heutigen Straße Holschentor. Es wurde ca. um 1930 abgebrochen. Bei den sechs Häusern mit den dunklen, spitzen Giebeln unten links handelt es sich um den Anfang der Emsche­straße, unten rechts das Kaufhaus Urias am Steinhagen.

Anfangs führte der Weg von Hattingen Stadtmitte zur Nachbarstadt Sprockhövel ausschließlich über die Friedrichstraße und den Sünsbruch. Um die starke Steigung über die Friedrichshöhe zu umgehen, ist im Jahr 1841 eine Chaussee gebaut worden, die den Namen Sprock­höveler Straße erhielt, auch „Reichsstraße 51“ genannt.

Ansichts-Postkarten von der Sprockhöveler Straße gibt es leider nur wenige. Gerade deshalb hat diese Karte aus Großmutters Zeiten ihren besonderen Reiz. Die Sprockhöveler Straße von der Ecke Steinhagen aus gesehen in Richtung Ev. Krankenhaus. Am linken Bildrand sieht man die Gaststätte Vieth, daneben die Hillsche Villa mit zwei Laternen vor dem Haus, heute Stadtgarten-Gelände.

Das nächste Bild zeigt die ­nördliche Seite der Sprockhöveler Straße zwischen der Schulstraße und Nordstraße, wahrscheinlich ­etwa im Jahr 1912 aufgenommen. Das Haus ganz rechts wurde im Krieg durch Bomben zerstört, dann in einem anderen Stil wieder ­aufgebaut. Links daneben die ­Keusersche Villa (Steinbruch­besitzer), die später Tiggemann übernahm. Anschließend folgt das Haus des Lehrers Klauke, und nach dem Eckhaus zweigte die Schul­straße ab. Die beiden letzten Häuser am linken Bildrand mussten der späteren Stadtneuordnung weichen.

Um Verkehrsprobleme, die in den 1960er-Jahren ständig größer wurden, zu lösen, plante die Stadt eine erhebliche Erweiterung der Kreuzung. Dazu war der Abbruch von mehreren Häusern an den Abzweigungen notwendig.

Der Autoverkehr von der heutigen L651 (ehemals B51) nach Blankenstein wird jetzt über die Schulstraße entlang der Stadtmauer in Richtung Ludwigstal geleitet. Wenn sich ein langer Trauerzug auf dem Weg zum evangelischen Friedhof befindet, wird der Autoverkehr auf der Bredenscheider Straße gestoppt.

 
 

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