Wuttanz des französischen Kampfhähnchens

Die Stimmen-Imitatoren Maria Grund-Scholer und René Steinberg.  Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Die Stimmen-Imitatoren Maria Grund-Scholer und René Steinberg. Foto: Olaf Ziegler / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Eine besäuselte Merkel und ein zappelnder Sarkozy sorgen für einen Lachanfall bei der Radio-Comedy.

Hattingen..  „Ich hoffe sehr, dass es nicht allzu peinlich wird“, ertönt die Stimme des Kleinen von der Leyen durch die Gebläsehalle. Na ja – kommt darauf an für wen. Doch noch ist die Bühne leer und alles so, wie man es gewöhnt ist: Nichts zu sehen, aber viel zu hören, wenn „Angela Merkel“ per Lautsprecher verkündet: „Achtung, Achtung! Es wird vor einem kleinen französischen Kampfhähnchen gewarnt!“ Und genau dieses Hähnchen ist auch der Grund, warum es sich lohnt, die Radio-Comedy vom WDR 2 „Lachen live – Mehr!“ zu sehen: René Steinberg alias Sarko de Funes zappelt aufgeregt mit französischem Akzent auf der Bühne herum, springt und stampft wutentbrannt im Kreis umher, während Maria Grund-Scholer ihm genervt als deutsche Bundeskanzlerin dabei zuschaut.

Das Publikum kommt zweimal zum Zuge. Zu Beginn wird es eingeführt in die große Lehre des Stimmen-Nachmachens, wobei man ein herausragendes Merkmal verstärkt. Das geht dann so: Steinberg ruft: „Jürgen“, die Menge: „Rüttgersssss.“ Beim Versuch, Herbert Grönemeyer zu imitieren, verhaspelt sich René Steinberg dann aber selbst und muss loslachen. Als er sich wieder gefangen hat, sagt er: „Beim Radio könnte man das jetzt einfach schneiden.“ Doch beide Moderatoren betonen an diesem Abend mehrmals: „Es ist so toll vor Publikum aufzutreten. Normalerweise sitzen wir in einem kleinen Studio – ein mal ein Meter – auf Gitterrost.“

Und somit kommen die Zuschauer jetzt zum zweiten Mal zum Einsatz. Steinberg verteilt im Publikum Zettel, auf denen Fragen an Merkel stehen, die vorgelesen werden. Jemand spricht ins Mikrofon: „Erst Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, dann der Ausstieg. Wo bleibt da die Glaubwürdigkeit?“ Maria Grund-Scholer, die mit Perücke auf dem Kopf und ihrer Stimme extrem nah an die Wirklichkeit herankommt: „Lassen Sie mich mal ganz allgemein festhalten: Glaubwürdigkeit wird überschätzt!“ Schon zuvor hatte die verkleidete Kanzlerin gesprochen: „Alle Menschen sind gleich – mir jedenfalls.“ Und ihre Weisheit: „Nicht jeder Furz ist gleich ein frischer Wind.“ Und ihre kleine Moral zu Norbert Röttgen: „Wenn man sich alle Türen offen halten will, gibt’s Durchzug und es knallt eine zu.“ Am Ende betrinkt sie sich mit Wein, während sie aus dem Tagebuch einen besonderen Moment vorliest: „Endlich Bundeskanzlerin! Nachteil: Zu viele feuchte Küsse von alten Säcken. Ich heiße jetzt Angela Herpes.“

Die Zuschauer applaudieren, eine Frau erleidet einen Lachanfall. Das restliche Publikum kann miterleben, wie Sarko de Funes auf die Mitteilung reagiert, dass er die Wahl verloren hat. Er flippt komplett aus, fuchtelt mit den Armen wild umher, schreit mit französischem Akzent: „Ärger! Ärger! Ärger!“

Und auch Maria Grund-Scholer riskiert einen Erstickungsanfall, als sie für die Tiervermittlung einen keuchenden Spitz-Deckrüden zum Besten gibt. Übrigens: „In der nächsten Sendung suchen wir ein Zuhause für einen Röttgen-Retriever, der jegliche Orientierung verloren hat.“

Zwischendurch gibt’s per Lautsprecher gehässige Kinder der Familie von der Leyen: „Mama, du bist wie Aschermittwoch, wenn du kommst, ist der Spaß vorbei.“

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