Wieder mehr Interesse an Geschichte

Lars Friedrich lächelt verschmitzt. Die Frage, wie viel Zeit er ehrenamtlich für den Heimatverein Hattingen/Ruhr investiert, will der Vorsitzende partout nicht beantworten. Lieber lenkt er den Fokus von der reinen Zahl auf die familiäre Verantwortung für den Verein und die damit einhergehende Erhaltung des Bügeleisenhauses. „Der Bruder meiner Großmutter hat es seinerzeit mit der Bürgschaft für ein Bankdarlehen ermöglicht, dass der Heimatverein das Bügeleisenhaus kaufen konnte. Es ist quasi die Familientradition, die ich fortführe.“

Und das gelingt ihm mit den zehn aktiven und rund 80 zahlenden Vereinsmitgliedern hervorragend, wie sein Zwischenresümee für 2016 beweist. Knapp 1200 Interessenten konnte der Heimatverein bislang für sein Ausstellungsthema „Fachwerk 1611“ begeistern. Auch die Veranstaltungen wie Stadtrundgänge, Aktionen zum Ferienspaß und mehr erfreuten sich laut Friedrich großen Zuspruchs.

Dabei ist das Jahr längst nicht beendet. Eine Fachwerkführung mit Walter Ollenik in Blankenstein, zwei VHS-Vorträge „Neues Leben in alten Häusern“ im Alten Rathaus sowie altbekannte Aktivitäten im Advent wie die Märchenlesung an Adventssamstagen im Brunnenraum, das Ad­vents­café in den Giebelräumen des Bügeleisenhauses am zweiten Adventssonntag und mehr stehen noch auf dem Programm.

Besonders positiv aus Sicht Friedrichs: Der Verein konnte in den vergangenen drei Jahren wieder verstärkt das Interesse junger Menschen auf sich ziehen. „Gerade die Unterstützung durch Bürger im Alter zwischen 25 und 45 Jahren ist gewachsen. Wir hatten einige Vereinseintritte aus dieser Altersgruppe. Junge Menschen und Familien interessieren sich wieder mehr für Geschichte, das ist eine sehr positive Entwicklung.“

Um weiterhin die Menschen anzuziehen, hat sich der Heimatverein in seinen Räumen im Bügeleisenhaus auch für 2017 einiges vorgenommen. Denn anders als in den vergangenen Jahren wird nicht nur eine, sondern es werden zwei Ausstellungen im Fokus stehen. „Wir teilen das Haus thematisch auf, um ein noch breiteres Publikum anzusprechen.“ Ausgrabungsfunde auf der Isenburg und Privatsammlungen sind Themen.

Zwar können nicht alle 15 000 Objekte, die Heinrich Eversberg mit der Buddel-AG barg, gezeigt werden. Doch die Neuausstellung wird ein Mix aus Keramik-, Knochenfragmenten, Spielwürfeln, Truhenbeschlägen. Optischer Höhepunkt: ein Luftbild der Isenburg von Hans Blossey – vier Quadratmeter groß.

 
 

EURE FAVORITEN