Wie eine Mexikanerin nach Holthausen kam

Christine Launicke Colin kommt aus Mexiko und macht in der Reha-Klinik in Holthausen eine Facharzt-Ausbildung zur Neurologin. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Christine Launicke Colin kommt aus Mexiko und macht in der Reha-Klinik in Holthausen eine Facharzt-Ausbildung zur Neurologin. Foto: Svenja Hanusch / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Christine Launicke Colin wanderte aus einer Millionenmetropole Mexiko-Stadt aus, um hier ein neues Leben zu beginnen.

Hattingen..  Der Vater wanderte von Berlin für immer nach Mexiko aus. Die Tochter wandert jetzt zurück nach Deutschland. Ein langer Traum, der endlich in Erfüllung geht. „Ich habe nie gedacht, dass ich einen Mann finde, der das mitmacht“, sagt Christine Launicke Colin (34). Und alleine hätte sie sich nicht getraut. Aber dann fand sie ihn tatsächlich. Und zog aus der Millionenmetropole Mexiko-Stadt ins kleine Holthausen. Sie möchte für immer hier bleiben – und das hat mit ihrer Vergangenheit zu tun.

Ihr deutscher Vater zog damals beruflich von Berlin nach Mexiko-Stadt. Dort lernte er ihre Mutter kennen. Christine Launicke Colin erzählt ihre Geschichte mit einem leicht spanischen Akzent. „Die deutsche Kultur war immer Teil meines Lebens. Mit 13 Jahren ging ich in Mexiko auf eine deutsche Schule. Ich besuchte als Siebenjährige das erste Mal meine Oma in Berlin, reiste danach auch nach München und Köln. Deutschland ist ein schönes Land.“

In Mexiko wurde sie Ärztin und feierte vor zwei Jahren ihre Hochzeit. Das Paar beschloss, nach Deutschland auszuwandern. „In einer Stadtregion mit 21 Millionen Menschen ist die Luftverschmutzung groß und man braucht viele Stunden bis zur Arbeit“, begründet sie ihre Entscheidung.

Von ihrem neuen Zuhause aus läuft sie zu Fuß zur Reha- Klinik Holthausen, in der sie als Ärztin arbeitet. Der Job war ein wichtiger Grund für die Auswanderung. Über eine Vermittlung erfuhr sie von der Holthauser Klinik.

Langsam lebt sie sich in der neuen Heimat ein. Sie vermisst zwar scharfe Tortillas, mag dafür aber den Joghurt und Käse hier. Wobei es zunächst Schwierigkeiten mit dem Einkaufen gab. „Ich ging am Sonntag los und stand vor geschlossenen Türen“, sagt sie lachend, da war sie verblüfft. „In Mexiko haben Geschäfte rund um die Uhr geöffnet.“

Dafür gefällt ihr, dass im Sommer alles so schön grün ist, die Natur und die Ruhe. „Hier hat man eine größere Lebensqualität.“ An den neuen Mitmenschen mag sie die Zuverlässigkeit. „Sie sagen, ich komme um fünf Uhr und kommen auch um fünf Uhr.“

Mit den Ärzten und Krankenschwestern in der Klinik versteht sie sich gut. Viele Unterschiede zum mexikanischen Krankenhaus gibt es nicht. Aber: „Mexikaner arbeiten länger, verdienen weniger Geld und sind trotzdem zufriedener.“

Doch eine Schicht in Holthausen kann auch sehr lang sein. „Manchmal geht es am Freitag um sieben Uhr morgens los und endet am Samstag um 15 Uhr – oder später.“ Christine Launicke Colin macht gerade eine Facharzt-Ausbildung zur Neurologin.

Ihr Mann arbeitet übers Internet für eine Finanzbranche, die Mais verkauft. Und er lernt fleißig Deutsch in der Volkshochschule. Letztens waren sie im Kino, sahen eine Komödie. „Mein Mann hat nicht viel verstanden, aber wir haben trotzdem sehr gelacht.“

Das neue Jahr beginnt jetzt in Holthausen, aber mit ihrer Familie bleiben sie in Kontakt. „Der Abschied war traurig, aber alle freuen sich für uns.“

 
 

EURE FAVORITEN

So schützt du deinen Hund vor der Sommerhitze

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.
Di, 03.07.2018, 18.50 Uhr

Heiße Sommer-Temperaturen sind für deinen Hund gefährlich. Deshalb solltest du diese Regeln beachten.

Beschreibung anzeigen