Wenn die Arterien verstopfen

Jannis Limhoff vom DRK zeigt Renate Keltner in der Klinik Blankenstein, wie ein Defibrillator funktioniert.Foto:Udo Kreikenbohm
Jannis Limhoff vom DRK zeigt Renate Keltner in der Klinik Blankenstein, wie ein Defibrillator funktioniert.Foto:Udo Kreikenbohm
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Herz-Seminar der Klinik Blankenstein klärt über koronare Herzkrankheit auf. Ärzte beantworten Fragen und raten zu gesunder Ernährung und Ausdauersport

Hattingen..  Sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden daran. 600 000 Menschen müssen jährlich ins Krankenhaus. Viele wissen daneben noch gar nicht, dass sie auch betroffen sind. Denn die Symptome zeigen sich erst im Verlaufe des Erkrankung. Die koronare Herzkrankheit (KHK) war Thema des Herz-Seminars in der Klinik Blankenstein.

Gefährdet durch Rauchen und Stress

Rauchen ist eine von mehreren Ursachen, die eine KHK hervorrufen kann. „Außerdem sind Personen, die häufig Stress haben oder sich nicht viel bewegen, gefährdet“, zählt Dr. Reinhard Jochheim auf. In solchen Fällen kann es zu Ablagerungen an den Wänden der Herzkranzgefäße kommen.

Durch diese Arterien gelangt Sauerstoff zum Herzmuskel. Verstopfen die Blutleitungen, wird er nicht mehr ausreichend versorgt. Es kann zu einem Gerinnsel kommen und somit ein Herzinfarkt ausgelöst werden.

Die Zuhörer lauschen den Worten des ärztlichen Direktors der Klinik Blankenstein. Es kommt die Frage auf, ob Möglichkeiten auf Vorsorgeuntersuchungen bestehen. „Die gibt es. Normalerweise bezahlen die Krankenkassen diese auch ab dem Alter von 55 Jahren“, gibt Jochheim als Tipp.

Ein Anzeichen für eine bestehende KHK ist unter anderem ein stark erhöhter Cholesterinwert. Denn das Cholesterin lagert sich in den Arterien ab. Ein Patient fragt, ab welchem Wert es gefährlich werden kann. „Das muss man individuell betrachten. Es kommt darauf an, welche anderen Krankheiten bestehen“, antwortet Jochheim. Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck führen schneller zu einer akuten Gefahr.

Wichtiger als jede medikamentöse Behandlung ist im Falle einer KHK der Lebensstil. Das machte Assistenzärztin Dr. Nina Berchem den Zuhörern deutlich. „Wer sich gesund ernährt und im Alltag Ausdauertraining betreibt, kann zu 80 bis 90 Prozent einer KHK vorbeugen“, betont sie. Dazu sei keine Diät notwendig, die Küche sollte jedoch ausgewogen sein. Gemüse ist wichtiger als Mengen an Fleisch. „Wer Fleisch essen möchte, sollte Geflügel wählen“, rät Berchem. Ein Interessent möchte sich absichern, wie es mit dem Verzehr von Eiern aussieht. „Zwei bis drei Eier pro Woche sind völlig in Ordnung und unbedenklich“, versichert Reinhard Jochheim.

Ist der Lebensstil negativ in Hinsicht einer KHK, können Medikamente wie Statine Patienten vor einem Infarkt schützen. „Nach einem Infarkt kann etwa ein Betablocker eingesetzt werden. Durch ihn wird die Lebenserwartung erhöht und erneut auftretende Atemnot vermindert“, sagt Nina Berchem.

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