Wenn der See in Flammen steht

Julia Benkel
Foto: WAZ FotoPool
Kemnade in Flammen: Neuer Veranstalter lockte am Pfingst-Wochenende mit Kunsthandwerk, Kinder-Karussell und kulinarischer Vielfalt zahlreiche Besucher an den See.

Hattingen.  Kunsthandwerk, Kinder-Karussell und kulinarische Vielfalt direkt am Wasser: Im mittlerweile 29. Jahr lockte „Kemnade in Flammen“ die Massen an den Kemnader See. 49 Verkaufs- und Imbissstände laden zum Bummeln und Verweilen auf der Festwiese in Oveney ein, Höhepunkt der Veranstaltung war das traditionelle Höhenfeuerwerk am Sonntagabend.

„Früher gab es zwei Feuerwerke an zwei Tagen“, Mike Seydock, Geschäftsführer des frisch eröffneten Restaurants „Fabbrica Italiana“ am Kemnader See, einem Ableger des Restaurants im Alten Hattinger Bahnhof, und fügt hinzu: „Jetzt veranstalten wir ein einziges, dafür größeres Feuerwerk an einem Tag.“

Als neuer Organisator des Volksfestes hat Seydock mit Veranstalter Frank Gerwers am Konzept gefeilt und plant für die Zukunft. „Wir möchten allen Altersgruppen gerecht werden“, erklärt Mike Seydock: „Wir bringen beispielsweise viele Nachwuchs-Bands, um gerade die jüngere Generation anzusprechen.“ So stehen an diesem Wochenende neben Größen wie Saxophonist Wolf Codera, lokalen Besuchern besonders durch seine „Session Possible“ in der Henrichshütte bekannt oder Sängerin Pamela Falcon, ebenfalls junge Künstler wie die Band Logic Insanity auf der Bühne. Die Nachwuchs-Musiker gewannen 2011 beim Hattinger Newcomer-Festival – an diesem Wochenende begeistern sie Besucher am Kemnader See.

Puppen-Kleider häkeln

Abseits der Bühne sitzt Heidemarie Lemke hinter ihrem Stand und häkelt Puppen-Kleider, während die kleinsten Fest-Besucher neugierig ihre tanzenden Finger betrachten. „Ich bin regelmäßig auf dem Altstadtfest in Hattingen“, erklärt Lemke und blickt auf, auch auf dem Maifest sei sie mit ihren Puppen vertreten gewesen. „Am Kemnader See bin ich jetzt zum ersten Mal“, berichtet die Stand-Betreiberin und fügt hinzu: „Ob ich hier auch Erfolg haben werde, ist allerdings fraglich.“ Das Publikum am See interessiere sich vorrangig für die große Auswahl an Imbiss-Buden auf der Festwiese, weniger für das Kunsthandwerk.Das wird sich möglicherweise bald ändern – für die Zukunft von „Kemnade in Flammen“ haben die Veranstalter jedenfalls große Pläne: Neben einer dauerhaften Belebung der Fläche sei für die kommenden Jahre ein nostalgischer Jahrmarkt auf der Festwiese vorgesehen, verrät Mike Seydock – auf Fahrgestelle, Imbiss und Feuerwerk müssen die Besucher jedoch auch in Zukunft nicht verzichten, gibt der neue Veranstalter Entwarnung.

Trotzdem: „Wir möchten neuen Schwung an den See bringen“, fasst Seydock seine Ziele zusammen– man werde dafür vieles verändern.