Weihnachtskonzert begeistert Gäste

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Collegium vocale und Collegium instrumentale Bochum präsentieren in St. Georg drei Kantaten des Weihnachts-Oratoriums BWV 248 von Johann Sebastian Bach.

Hattingen..  Am Nikolaussonntag begeisterten das Collegium vocale und Collegium instrumentale Bochum unter Leitung von Hans Jaskulsky und die Solisten Anja Petersen, Elvira Bill, Wolfgang Klose und Jens Hamann mit den ersten drei Kantaten des Weihnachts-Oratorium BWV 248 von Johann Sebastian Bach das Publikum in St. Georg.

Die Weihnachtskonzerte der Gäste aus Bochum und ihres Dirigenten Hans Jaskulsky sind inzwischen Tradition in St. Georg und haben eine große Fangemeinde: Einschließlich der Empore ist jeder Platz in der Kirche besetzt, einige Besucher stehen sogar.

Nach der festlichen Einstimmung durch den Jubelchor „Jauchzet, frohlocket“ setzt das Oratorium in Anlehnung an das Lukasevangelium mit der Erzählung über die vom römischen Kaiser angeordnete Volkszählung und ihre Auswirkung auf Maria und Joseph ein. In der Arie „Großer Herr und starker König“ beschreibt Jens Hamann mit schlank geführtem, beweglichem Bass in einem von hell jubilierenden Trompetenfanfaren akzentuierten, ausdrucksvoll durchgestalteten Vortrag die Situation des neugeborenen Heilands in der Krippe im Stall; das Collegium instrumentale unter dem zügigen und doch sehr reflektierten Dirigat von Hans Jaskulsky zeichnet sich durch hohe Klangtransparenz und subtile Ausdrucksschattierungen aus. Das Collegium vocale preist die Ankunft Christi in einem klangschönen, innigen Choral.

Den zweiten Teil des Oratoriums leitet eine Sinfonia ein, die durch ein feenhaft transparent gestaltetes, lichtdurchwobenes Klangbild fasziniert und aufgrund eines pastoralen Holzbläserthemas einen idyllischen Ruhepol darstellt. Zu ätherisch schwebenden Streichern lässt Elvira Bill mit warmem, vollem Alt die bekannte Arie „Bereite dich Zion“ lebendig werden, die zur Begrüßung Jesu aufruft. Ein ebenmäßiges, ausgewogenes Klangbild bei expressiver Textausdeutung zeichnet auch Wolfgang Kloses Arie „Frohe Hirten eilt“ aus. Sein heller lyrischer Tenor entwirft im Zwiegespräch mit echoartigen Holzbläserthemen kunstvolle Melodieketten, die sich aber nie in reinem Schönklang erschöpfen.

Tosender Applaus

Zu kraftvollen Jubelfanfaren preist das Collegium vocale in einheitlichem Chorklang am Beginn der dritten Kantate Jesus als Herrscher des Himmels. Anja Petersens wundervoll aufblühender Sopran überzeugt im Duett mit Jens Hamann in der Arie „Herr Dein Mitleid, Dein Erbarmen“. Meditativ und zutiefst berührend ist auch Elvira Bills elegische Altarie über das Wunder der Geburt Christi. Mit einem subtil ausdifferenzierten, machtvollen Chor voller Glaubenszuversicht klingt der dritte Teil des sehr engagiert und reflektiert interpretierten Weihnachtsoratoriums aus. Es gibt tosenden Applaus.

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