Warten auf die Zahlen zur Grundsteuererhöhung

In der letzten Ratssitzung 2014 wurde es entschieden: Die Grundsteuer A wird um 44 und die Grundsteuer B um 22 Prozent angehoben (wir berichteten). So tragen nun alle Hauseigentümer und damit auch alle Mieter dazu bei, die Löcher im Stadthaushalt zu schließen.

Über die Erhöhung zeigt sich niemand glücklich. „Schade, wenn man zu solchen Mitteln greifen muss“, kommentiert Immobilienmakler Lothar G. Stalter den Ratsbeschluss. Er ist aber sicher, dass auch künftig das Vermitteln von Immobilien in Hattingen funktionieren wird. Weil in NRW auch die Grunderwerbssteuer ab 2015 auf 6,5 Prozent steigen wird, hat Stalter im Dezember noch viel Kundschaft gehabt.

Laut Handlungskonzept Wohnen 2020 sind etwa 65 Prozent der Hattinger Wohnflächen Ein- und Zweifamilienhäuser. „Die Besitzer müssen teilweise weit über 100 Euro mehr zahlen“, gibt Ulrich Born, Vor­sitzender des Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümervereins Hattingen, zu bedenken. „Die Stadt braucht das Geld, aber es ist eine bittere Pille“, so Born.

Ein eigenes großes Grundstück besitzt Alfred Schulte-Stade, Inhaber des Schultenhofs, in Winz-Baak. „Ich muss schauen, was jetzt auf mich zukommt“, sagt er. Sobald das neue Geschäftsjahr anläuft, verschafft sich Schulte-Stade einen Überblick. Vorher könne er noch nicht sagen, wie er zur Entscheidung der Hattinger Politik stehen soll.

Architekt Carsten Doberenz findet es zumindest fragwürdig, warum die Grundsteuer A gleich um den doppelten Wert im Vergleich zur Grundsteuer B erhöht wird. „Firmen suchen sich vielleicht in Zukunft einen anderen Standort aus“, denkt er. Inwieweit die Erhöhung zahlenmäßig zu Buche schlägt, werde man erst realisieren, wenn der Bescheid zu den Grundbesitzabgaben kommt.

EURE FAVORITEN