Wandern als Herausforderung

Berg- und Skigilde schaffte 62 Kilometer.

Hattingen..  In der Dunkelheit treffen sie sich mit Taschenlampen in Blankenstein. Es ist vier Uhr in der Nacht, als sie sich an der Pommeskurve begrüßen. Den Sonnenaufgang bewundern sie, während sie am Ruhrufer entlang gehen. Sie wandern und wandern – den ganzen Tag. Die Eisernen kehren erst um 20.45 Uhr zurück. Eine stolze Leistung: 15 Mitglieder und Freunde der Berg- und Skigilde wanderten am Pfingstwochenende eine Strecke von 62 Kilometer.

Am Anfang sind es noch 29 Teilnehmer, die motiviert bei der 14. Extremwanderung der Hattinger Berg- und Skigilde mitmachen. Zunächst wandern sie 18 Kilometer – an der Ruhr entlang, schließlich über die Schwimmbrücke, bis zur Winzermark nach Niederbonsfeld. „Dort gab es gegen 8 Uhr ein zünftiges Frühstück in der Doppelgarage eines Vereinsmitglieds und alle füllten die Trinkflaschen auf“, sagt Pressewart Reinhard Lembcke (57). „Während normale Wanderungen nach so einer Strecke meistens zu Ende sind, ging es jetzt aber erst richtig los!“ Und zwar durchs Hattinger Hügelland. Auf und ab – das ist eine Herausforderung. „Nur gut, dass es an verschiedenen Verpflegungsstellen Wasser und Säfte für uns gab. Die Sonne schien den ganzen Tag, die Temperaturen waren nicht zu hoch.“ Trotzdem schafft nicht jeder die Extremwanderung, nach und nach entscheiden sich Teilnehmer aufzuhören. „Nach 20 oder 30 Kilometern verabschiedeten sich einige an Verpflegungsstellen, weil sie ihr persönliches Ziel erreicht hatten. Die beiden ältesten Herren waren 75 Jahre alt, die jüngste Wanderin etwa 20 Jahre alt.“ Die Trainiertesten ziehen jedoch weiter Richtung Bredenscheid und dann über den Katzenstein zurück zum Startpunkt. „Auf der Strecke von 62 Kilometern haben sie insgesamt 1600 Höhenmeter zurückgelegt“, verkündet Lembcke.

„Bei dieser jährlichen Extremwanderung nehmen besonders viele Nicht-Mitglieder teil, weil die lange Wanderung etwas besonderes ist, viele sehen sie als sportliche Herausforderung und es reizt sie mitzumachen“, so Lembcke. „Ein paar Damen haben nach der Hälfte aufgehört, weil es ihnen zwar Spaß gemacht hat, aber es ihnen zu zügig voran ging. An den Raststellen genießt man zwar die schöne Landschaft, zieht auch mal kurz die Schuhe aus und frische Socken an. Aber lange verweilt die Gruppe nicht, weil der Zeitplan bei so einer extremen Wanderung eingehalten werden muss, damit man abends wieder zurück ist.“ Und dann? „Ab in die heiße Badewanne und die Muskeln entspannen!“

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