Walzwerk-Modell erzählt Hütten-Geschichte

Foto: Funke Foto Services
Zehn Jahre haben Mitglieder des Fördervereins Henrichshütte an dem Schaustück gearbeitet. Der Öffentlichkeit präsentiert wird es im historischen Teil der Gebläsehalle – wenn er fertig ist.

Hattingen..  Jeden Mittwoch trifft man sich im historischen Teil der Gebläsehalle im Industriemuseum. Die Herren – eine Dame ist auch dabei – sind Mitglieder des Fördervereins Industriemuseum Henrichshütte. Zwölf bis 20 der rund 120 Mitglieder sind jede Woche da: „Wir kommen um zu quatschen und uns Geschichten von früher zu erzählen“, sagt Peter Jedrkowiak. Mehr als 23 Jahre hat er auf der Hütte gearbeitet. Zusammen mit drei ehemaligen Hüttenarbeitern werkelt er nun am Modell seiner alten Wirkungsstätte: dem Walzwerk II der Henrichshütte.

Das sieben mal 2,5 Meter große Modell ist seit zwei Jahren fertig. Zehn Jahre ehrenamtliche Fleißarbeit und viel Liebe zum Detail hat es zuvor gebraucht, bis das Modell perfekt war. Jetzt muss es noch durch eine Glasscheibe abgedeckt werden. Denn das Schaustück soll Ende des Jahres im historischen Teil der Gebläsehalle, der sich unter und neben der Gastronomie Henrichs befindet und momentan der Öffentlichkeit noch nicht zugänglich ist, zusammen mit anderen Exponaten ausgestellt werden.

Präsentiert wird das alte Walzwerk mit sehr geringen Abweichungen im Maßstab eins zu 100. Zu sehen sind Schienen, Werksstraßen, Lkw, Arbeiter und Stahlplatten. „Ein bisschen Fantasie muss man haben“, sagt Jedrkowiak. Die Stahlplatten sind zum Tel knallrot, andere sind matter und einige Zentimeter weiter sind sie ganz grau. Das sind dann die abgekühlten Exemplare. Mit einem Klick erscheint das Werk in der Nachtschicht, mit kleinen Lampen als Deckenbeleuchtung und Licht an den Maschinen. Der Ofen leuchtet hell auf.

Auch wenn es beim Blick bleibt und der Besucher nichts anfassen kann – der Arbeitsplatz wird erlebbar. „Damals haben wir uns bei der Arbeit den Pelz verbrannt“, erinnert sich Peter Zantow (77). „Hier in der Ecke des Modells soll noch eine Informationstafel eingefügt werden. stehen. Damit auch die Besucher erfahren, was den Arbeitsplatz der Hüttenwerkern damals ausmachte. Die selbst erinnern sich gerne daran. Immer wieder mittwochs.

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