Von Urlaubern mit gutem Gewissen

Reiseverkehrskauffrau Heidi Monetha (47) im Reisebüro am Domplatz. Foto: Svenja Hanusch
Reiseverkehrskauffrau Heidi Monetha (47) im Reisebüro am Domplatz. Foto: Svenja Hanusch
Foto: WAZ FotoPool
Reisebüro In Niederwenigern wird für Nachhaltigkeit ausgezeichnet.

Hattingen.  Fair gehandelte Waren, die mit dem Fair-Trade-Siegel versehen sind, gibt es mittlerweile in vielen Geschäften. Obwohl die Produkte – meist Lebensmittel – teurer sind, ist die Nachfrage groß. Denn: Die Erzeuger bekommen einen festgelegten Mindestpreis für ihre Ware, dieser liegt über dem jeweiligen Weltmarktpreis. Dem Produzenten wird dadurch ein höheres Einkommen ermöglicht.

Ein Siegel – ähnlich dem Fair-Trade-Siegel – gibt es nun auch in der Tourismusbranche. Mit dem so genannten CSR-Siegel (Corporate Social Responsibility) werden Reisebüros und -veranstalter für Nachhaltigkeit und Unternehmensverantwortung im Tourismus ausgezeichnet. Als eines der ersten Unternehmen bekam das Hattinger Reisebüro am Domplatz in Niederwenigern das Siegel auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin überreicht. „Wir nutzen zum Beispiel grünen Strom und bedrucken Blätter immer doppelseitig“, erklärt Reisebüro-Leiterin Heidi Monetha, warum ausgerechnet das Büro an der Essener Straße ausgewählt wurde. Zudem weise man kooperierende Reiseveranstalter daraufhin hin, etwa auf den Umweltschutz zu achten. Hintergrund der Auszeichnung sei es, ein Bewusstsein für das Thema zu bekommen in einer Branche, in der Umweltschutz und Menschenrechte eigentlich nie ein Thema gewesen seien. „Es geht ja nicht nur darum, dass zum Beispiel Luxus-Kreuzer nicht das Meer und die Luft verpesten sollten, sondern auch um den Schutz der Menschenrechte“, sagt Monetha. So könne es nicht sein, dass manche Reiseveranstalter Menschen, auch Kinder, ausbeuteten, nur um einen möglichst guten Preis anbieten zu können.

Neben dem Hattinger Reisebüro von Heidi Monetha wurden noch sieben weitere Büros aus verschiedenen Ländern ausgezeichnet. Die CSR-Siegel überreichte der ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP), Dr. Klaus Töpfer.

 
 

EURE FAVORITEN