Von Schwarmintelligenz und Nachwuchsproblemen

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Kabarettist Matthias Reuter begeistert im Stadtmuseum mit Wortwitz und Musik

Hattingen.  Augenzwinkernde Unterhaltung mit Wortwitz und Musik: Klavier-Kabarettist Matthias Reuter besucht das Stadtmuseum und begeistert sein Publikum beim Westfälischen Tag des Aphorismus mit „Die Menschen sind ‘ne Krisenherde“.

Darin erlaubt sich der Oberhausener publikumsnah und sympathisch einen ironisch-kritischen Blick auf Gesellschaft, Politik und Mitmenschen. Ob gruppendynamische Momente bei der Planung eines runden Geburtstags, Gedichte über chinesischen Humor oder Autokorsos im Leichenwagen – das Publikum hängt an Reuters Lippen und kann sich zeitweise vor Gelächter kaum auf den Sitzen halten. „Es ist Ihnen gestattet, während der Instrumentalbeiträge zu tanzen“, fordert Reuter die Zuschauer auf, während seine Hände über die Keyboard-Tasten gleiten: „Je nach Schulbildung gerne auch während der Textbeiträge.“

Die musikalischen Anekdoten zur „Schwarmintelligenz“ und überspitzte Karikaturen aus dem kleinbürgerlichen Alltag verleiten zu spontanem Gelächter. Problemlos nimmt Matthias Reuter seine begeisterten Zuschauer an die Hand und leitet sie humorvoll von einem Thema zum nächsten. Als er sein gefülltes Wasserglas vom Tisch wirft, honoriert das Publikum Reuters sympathische Authentizität mit Applaus. „Der deutschen Herde geht der Nachwuchs aus“, bemerkt Reuter, nachdem die Wasserpfütze auf dem Fußboden beseitigt ist, und runzelt beim Blick ins Publikum die Stirn – das durchschnittliche Alter der Zuschauer spiegele den demografischen Wandel im Land. Mit „Was soll man machen, wenn der Nachwuchs fehlt“, bringt der Kabarettist die Problematik auf den Punkt. An Zuschauer um 65 appelliert er: „Wenn Sie sich reinhängen, könnten Sie noch die Personen produzieren, die Sie mit 85 pflegen.“