Von Hexen, Klos und Knaggen

Foto: Fischer / WAZ FotoPool
Bei der Altstadt-Rallye gab es für die Teilnehmer viel über Hattingens Historie zu entdecken. Auf Spurensuche mit Nele (9) und Joelina (10).

Hattingen..  Wie hoch ist der schiefe Kirchturm von St. Georg eigentlich? Und wie viele Grabsteine stehen um ihn herum? Fragen über Fragen galt es am Samstagmorgen bei der Stadtrallye zum Abschluss der Kinder- und Jugendbuchwoche der Stadtbibliothek zu beantworten.

Auch Nele (9) und Joelina (10) gingen auf Spurensuche. Die beiden Mädchen hatten in der letzten Woche mit ihrer Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Holthausen an der Lesung „David and Red“ mit David Fermer teilgenommen und bei der Gelegenheit von der Stadtrallye erfahren. Und da sie gerne Detektivbücher lesen, hatten sie natürlich Lust dazu, nun selbst einmal Detektiv zu sein.

Los ging’s am Bügeleisenhaus mit der Frage: Wie hieß eigentlich der Mann, der das Haus im Jahr 1611 erbaute? „Wilhelm Elling“ entziffern Nele und Joelina – gar nicht so einfach bei der alten Schrift. Auf den so genannten „Knaggen“, stützenden Balken, finden sich zudem weiße Kreuze – jedes angeblich für eine Hexe, die in Hattingen verbrannt wurde.

Vorsicht in den engen Gassen

Weiter führte die Stadtrallye die beiden Mädchen zur ersten Geschäftsstelle der Sparkasse in Hattingen auf dem Haldenplatz. Heute zieren die Fassade des historischen Gebäudes allerlei Sprüche.Von dort war es nicht weit bis zum Alten Rathaus – während Mama Claudia Zoll noch nach dem Baujahr auf der Infotafel suchte, bewiesen die Nele und Joelina mehr Weitsicht: Ganz oben, auf einem Querbalken, entdecken sie: „1576“. Seit jener Zeit hat das Alte Rathaus eine Menge erlebt: Die ursprüngliche Markthalle wurde um einen Amtsraum für die Stadtverwaltung ergänzt, später kamen Gefängniszellen hinzu. Heute beherbergt das Alte Rathaus die Städtische Galerie und eine Kleinkunstbühne.

Die nächste Rallye-Station war der Obermarkt. Die Vorderseiten der Gebäude sind teils bunt verziert sind, ihre Rückseiten in der engen Kirchstraße indes war nur mit Vorsicht zu genießen: Im späten Mittelalter hätte es unter dem Plumpsklo an der Fassade ungemütlich werden können . . .

Weiter geht’s: Das Holschentor finden Joelina und Nele nicht auf Anhieb – sie müssen einen Anwohner befragen, ehe die zwei dann zur letzten Station weiterziehen, die ist noch einmal am Bügeleisenhaus.

Nun können die Mädchen das Lösungswort der Rallye im Internet eingeben. Und wenn sie Glück haben, gwinnen sie etwas – es gibt etwa Familieneintrittskarten für Museen und Gesellschaftsspiele. Aber auch sonst hat sich der Vormittag in Hattingens Altstadt für Joelina und Nele gelohnt – in den verwinkelten Gassen konnten sie eine ganze Menge Neues über ihre Heimatstadt lernen. Zum Beispiel, dass die beiden einzigen Hexenprozesse in Hattingen einst mit einem Freispruch endeten. Und dass der Kirchturm von St. Georg, umgeben von 27 stehenden Grabsteinen, stolze 56 Meter misst.

 
 

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