Vom Armbrustbolzen bis zur Hutnadel

Beim Auftakt: Jörn Rüddenklau.
Beim Auftakt: Jörn Rüddenklau.
Foto: Dietmar Wäsche / WAZ Fotopool
Vier auf einen Streich: Das Bügeleisenhaus zeigt mehrere Ausstellungen gleichzeitig

Hattingen..  Eine gelbe Porzellanschale verbindet den Hörbuchsprecher Ernst-August Schepmann mit Hattingen. Im Jahr 1945 stand das Elternhaus an der Kleinen Weilstraße. „Bei einem Fliegerbomben-Angriff wurde das Haus zerstört, doch die Porzellanschale blieb wie durch ein Wunder heile, sie steht heute in seinem Zuhause in Köln“, sagt Lars Friedrich, Kurator der Ausstellung „Gerne erinnert: Souvenirs aus Hattingen“. Ein Foto der Schale ist nun im Bügeleisenhaus zu sehen.

Bei der Eröffnung sang Peter Jörn Rüddenklau von der Heimatliebe und brachte die Zuhörer mit einem Lied über die Holperfahrt durchs Ludwigtal zum Lachen. Lars Friedrich: „Andenken vermitteln ein Image von unserer Stadt und sie erzählen Geschichten.“ Aber das wurde nicht immer anerkannt. „Früher wurden Souvenirs aus Hattingen belächelt, da galt Stahl und Eisen, aber kein Stadtführer. Inzwischen hat sich das geändert“, sagt Schirmherrin Bürgermeisterin Dagmar Goch.

Und so stehen im Bügeleisenhaus rund 500 Einzelobjekte von 50 Leihgebern. Darunter eine Hutnadel aus den 1930er Jahren, Bierkrüge, ein Kaffeeservice mit Bildern. Auch Erinnerungen der Schauspielerin Marie-Luise Marjan sind zu sehen: Fotos vom Chor Otto Daubes, ihrem damaligen Musiklehrer. Der WDR-Moderator Jürgen Mayer hat einen Text geschrieben. Er lebt zwar auf Mallorca, aber besitzt einen Gießtrichter von der Henrichshütte.

Im Nebenraum stehen Erinnerungen der Sparkasse, Ehrenteller oder Medaillen. 1838 befand sich die erste Hattinger Sparkasse schräg gegenüber des Bügeleisenhauses. Zum 175. Geburtstag der Sparkasse sponsert sie die Souvenirs-Ausstellung.

Ebenfalls im Bügeleisenhaus zu sehen sind Funde von der Isenburg. Kreisheimatpfleger Heinrich Eversberg hatte sie von 1969 bis 1989 mit Schülern des Gymnasiums Waldstraße, der „Buddel-AG“, ausgegraben. In den Vitrinen im Bügeleisenhaus liegen Hufeisen, Speerspitzen oder Armbrustbolzen. Im Brunnenraum wird bis zum 1. September die mehr als 400-jährige Geschichte des Bügeleisenhauses erklärt.

 
 

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