VHS im Zweckverband ist vom Tisch

Foto: Uwe Möller /  WAZ FotoPoll
Foto: Uwe Möller / WAZ FotoPoll
Foto: WAZ FotoPool
Hattinger Beitritt abgelehnt. Einrichtungen sind zu unterschiedlich. Kooperationen angestrebt.

Hattingen..  Hattingen im VHS-Zweckverband: Das ist vom Tisch. Trotzdem „werden wir uns mit den Nachbarn absprechen und zusammenarbeiten. Auch die werden weniger“, sagt VHS-Leiter Heinz Starmann, der Ende des Jahres in Ruhestand geht.

Außerdem sei es sinnvoll, beispielsweise Wochenend-Angebote, die in mehreren Städten nicht zustande kommen, zu koordinieren, um sie zumindest an einem Ort durchführen zu können. Was nicht für regelmäßige Kurse gilt, die weiter am Wohnort angeboten werden sollen. „Niemand fährt 15mal dienstags für einen Sprachkurs von Hattingen nach Gevelsberg“, sagt Starmann. Mit der VHS setzt sich am Dienstag, 5. Juni, um 17 Uhr im Kleinen Sitzungssaal des Rathauses der Kulturausschuss auseinander. Die Qualität des Unterrichts hat noch nicht messbar gelitten, heißt es in der Vorlage. Doch hält es die Verwaltung für fraglich, dass das VHS-Angebot wie bisher aufrecht erhalten werden kann. Der Beitritt zu einem der zwei Zweckverbände ist jedoch keine schnelle Lösung. Beide lehnen Hattingen ab. Weshalb die Stadt diese Richtung zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiterverfolgen will, sondern Kooperationen mit Nachbarstädten anstrebt, wenn das Personal weniger wird.

Altkunden sind treu. Neue fragen sich dagegen: „Was nutzt mir der Kurs?“ Verändertes Bildungsverhalten macht es schwierig, Teilnehmer an sich zu binden. Vernetzung, Schwerpunktbildung und Arbeitsteilung hält die Stadt deshalb für notwendig. Und dass die drei Volkshochschulen mittelfristig in den nächsten fünf Jahren „sich gemeinsam entwickeln“.

Was die Leiter der Zweckverbände Witten-Wetter-Herdecke, Bettina Sommerbauer, und Ennepe-Ruhr-Süd, Achim Battenberg, begrüßen. Im Moment seien die Einrichtungen zu unterschiedlich, als dass ein Zusammengehen finanziell erfolgversprechend wäre. Honorare, Kursgebühren, Kurssysteme, Curricula, Anmeldesystem, Angebot, Programmstruktur, Drittmittelbereich: alles unterschiedlich.

Doch alle Volkshochschulen im EN-Kreis haben Finanzprobleme. Weshalb neue Antworten und Wege gefragt sind. Eine sofortige Fusion würde nach Ansicht von Achim Battenberg aber nur zu Chaos und Ineffizienz führen.

Die Beibehaltung des jetzigen Kursangebots, eine mögliche Erweiterung der Palette, den Erhalt gewachsener Strukturen, Kontakte und Kooperationen in Hattingen, die Erzielung wirtschaftlicher Vorteile, ausreichend Seminarräume, Anmeldung und Beratung vor Ort und die Übernahme von 2,5 hauptamtlichen Verwaltungsmitarbeitern hatte die VHS zur Bedingung gemacht für den Beitritt zu einem Zweckverband.

Ende des Jahres fällt die Stelle von VHS-Leiter Heinz Starmann weg. Walter Ollenik, Leiter des Fachbereichs Weiterbildung und Kultur, hört Mitte nächsten Jahres auf.

Konsequenzen, Aufgabenkritik und eine „modifizierte Ausrichtung der Arbeit“ sollen den Kulturausschuss dann im September beschäftigen.

Fest steht für die Verwaltung jetzt schon: „Der generelle Personalabbau kann nur punktuell durch Softwaretools aufgefangen werden.“ Problematisch sei, bei Semesterbeginn und zu Anmeldezeiten, dass mit gleicher personeller Besetzung seit 2011 die Musikschule mit organisiert werden muss.

EURE FAVORITEN