USA-Reisen im Wohnmobil

Werner Krüsmann
Werner Krüsmann
Foto: WAZ FotoPool
Ehemaliger Lehrer Werner Krüsmann organisiert Fahrten, überführt Fahrzeuge, schreibt Liederhefte und Internet-Reiseberichte und stöbert sogar Verwandte auf.

Hattingen..  Eine Reise zu leiten, bei der zwölf Erwachsene in sechs Wohnmobilen durch die USA fahren, ist anstrengender als mit 30 Kindern auf Klassenfahrt zu gehen. Trotzdem macht es dem pensionierten Oberstudienrat Werner Krüsmann Spaß.

USA-Reisen sind die Leidenschaft des 66-Jährigen und seiner Frau. 1977 fuhren beide erstmals für sechs Wochen hin. Und „wir packten uns die Tour so voll, dass wir später gar nicht mehr wussten, was wir alles gesehen haben, aber wir dachten ja, wir kommen da nur ein Mal im Leben hin.“ Im kommenden Jahr werden sie nun zum 20. Mal reisen. Und möchten anderen das Erlebnis einer Fehlplanung ersparen.

Darum kooperiert Krüsmann mit dem Reiseanbieter SK-Touristik. „Wir waren auf einer Messe, da hat meine Frau den Stand gesehen und hat gesagt, ich solle mal fragen, ob ich nicht für die Firma was machen kann.“ Er konnte. Ein Mal im Jahr ist seine Tour „Natosi“ im Angebot. In 18 Tagen geht es durch den nordamerikanischen Westen – 3600 Kilometer werden im Wohnmobil gefahren.

Dabei kümmert sich Krüsmann um alles – inklusive das Lagerfeuer am Abend. Dann greift er auch zur Gitarre, teilt das eigens für die Fahrt von ihm erstellte Liederheft aus. Reisende aus ganz Deutschland sind dabei, aber auch aus der Nähe – wie eine Familie aus Sprockhövel oder ein Unternehmer aus Herdecke. Mit vielen bleibt er in Kontakt, Freundschaften entstanden.

Mit Komfort in der Natur

Zeit für einen ausführlichen Reisebericht im Internet findet er auch noch. Und erstellt nach der Fahrt Fotobände. Der Vorteil eines Wohnmobils: „Man ist in der Natur – und hat trotzdem allen Komfort.“

Doch Krüsmann fand noch eine andere Aufgabe, bei der er Arbeit und Vergnügen kombinieren kann: „Wir überführen jedes Jahr für den Wohnmobil-Hersteller Coachman in Chicago Wohnmobile zu den Stationen des Vermieters Roadbear. Wir bekommen das Wohnmobil zu einem Spottpreis, zahlen das Benzin und die Flüge“, so Krüsmann. Bei der letzten Tour wurde er vom Blizzard, einem starken Schneesturm überrascht. Und eine Tornado-Warnung gab’s auch. Gasalarm im Mobil, Funklöcher – nichts schreckt Krüsmann.

Die Gründe, in die USA zu reisen, sind neuerdings nicht mehr nur beruflicher oder vergnüglicher Natur. Es kommt noch ein familiärer Anlass hinzu. „Meine Schwiegermutter hat immer erzählt, dass ein Verwandter in die USA ausgewandert ist.“ Viel mehr Informationen gab es nicht. Irgendwann recherchierte Krüsmann – und wurde fündig: In Ohio lebt ein Cousin dritten Grades seiner Frau Anita, der seinerseits seit Jahren versuchte, seine deutsche Verwandtschaft ausfindig zu machen.

2013, am Hochzeitstag, gab es den ersten Besuch. „Zur Familie gehört sogar der Profi-Baseball-Spieler Mark Buehrle, Pitcher der Miami Marlins“, berichtet Werner Krüsmann.

 
 

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