Unterstützung für Medizin-Netzwerk

Kamingespräch „Gesundheitsstandort Hattingen“ mit u.a. Dirk Glaser (l.), Manfred Lehmann (2.v.l.) und Moderator Udo Polenski (mit  Mikro). Foto:Manfred
Kamingespräch „Gesundheitsstandort Hattingen“ mit u.a. Dirk Glaser (l.), Manfred Lehmann (2.v.l.) und Moderator Udo Polenski (mit Mikro). Foto:Manfred
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Beide Bürgermeisterkandidaten sehen Handlungsschwerpunkt in Forschung und Vernetzung. Fortsetzung von Med in Hattingen bei Kamingespräch zugesagt

Hattingen..  Allzu konkrete Versprechen konnte man von den Bürgermeisterkandidaten Manfred Lehmann (SPD) und Dirk Glaser (parteilos) kurz vor der Wahl nicht erwarten. Doch stellten sie sich in Annelie’s Café beim Kamingespräch zum Thema Medizinversorgung Fragen von Prof. André-Michael Beer (Leiter der Klinik für Naturheilkunde in Blankenstein), Dr. Thomas Schlüter (Hausarzt und Internist) sowie Prof. Andreas Tromm (Leiter der Inneren Klinik am EvK). Pfarrer Udo Polenske moderierte.

„Wir haben den Luxus, in einem überversorgten Bereich zu leben. In den nächsten Jahren wird es allerdings altersbedingte Schließungen von Praxen geben“, sagt Dr. Thomas Schlüter. Auch jetzt kämpften die Hausärzte schon mit zu großer Nachfrage, ein Facharzttermin lasse sich nur mit Wartezeit bekommen. Einen Mangel an Hausärzten gibt es vor allem in Holthausen, auch Welper, Blankenstein, Niederwenigern und Oberwinzerfeld sind schwach besetzt. Im stationären Bereich fehlen Fachkräfte. Der Wunsch: Fachpersonal anwerben und für Hattingen gewinnen.

„Die Bezahlung steht bei einer Entscheidung über den Ort der Niederlassung nicht im Vordergrund, da Ärzte überall ein gutes Einkommen haben“, sagte Dr. Schlüter. Viel wichtiger sei das Umfeld – die allgemeine Attraktivität sowie Forschung und Vernetzung vor Ort. Hier sahen auch beide Bürgermeisterkandidaten einen Handlungsschwerpunkt. Während sie sich bei einer möglichen Verteilung finanzieller Sonderzuweisungen an die Kliniken eher bedeckt hielten, versprachen beide, das Netzwerk „Med in Hattingen“ zu unterstützen und fortzusetzen. Konkrete Hilfestellungen gibt die Stadt derzeit, indem sie Tagungsräume im Rathaus für verschiedene Initiativen bereitstellt. Das soll, sagten Lehmann und Glaser einvernehmlich, so bleiben.

Insgesamt zeigten sich die Fachleute nach der Veranstaltung zufrieden. „Beide Bürgermeister wissen um die Wichtigkeit des Gesundheitssektors in Hattingen“, beurteilte Prof. Andreas Tromm.

Die Bedeutung des Gesundheitssektors für Hattingen ist hoch. Vier Krankenhäuser gibt es, insgesamt beträgt der Patientenanteil von außerhalb 50 bis 60 Prozent, so Polenske. Hattingen besitzt mit der Nähe zu den Hochschulen in Bochum, Essen und Herdecke eine günstige Lage. Prof. Andreas Tromm vom EvK lobte das erfolgreiche Konzept des Ärztehauses, welches 2004 eröffnet wurde. Kern des Netzwerkes der Medizin vor Ort ist der 2006 gegründete Zusammenschluss „Med in Hattingen“. Ehrenamt und Selbsthilfe sind Alleinstellungsmerkmale der Gesundheitslandschaft.

 
 

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