Umgestürzte Bäume beschädigen Atelierwand

Vandalismus-Schaden beseitigt, auf eigenem Baumschaden sitzen geblieben: Der Künstler Gereon Lepper ärgert sich über die Stadt.
Vandalismus-Schaden beseitigt, auf eigenem Baumschaden sitzen geblieben: Der Künstler Gereon Lepper ärgert sich über die Stadt.
Foto: GL
Künstler Gereon Lepper ärgert sich, dass die Stadt nur den Zeitwert ersetzt und er auf Kosten sitzen bleibt.

Hattingen..  Duzen möchte Künstler Gereon Lepper sich künftig nicht mehr mit Bürgermeisterin Dagmar Goch. Er ist sauer. Städtische Bäume beschädigten die Wand seines Ateliers im Gewerbe- und Landschaftspark Henrichshütte. „Die Versicherung der Stadt zahlt nicht so viel, wie die Reparatur kosten würde“, so Lepper, „und eine anderweitige Entschädigung lehnt die Stadt ab.“

Jahrelang hätten die Bäume an der Halle herumgekratzt. Gedanken habe er sich keine gemacht. Erst als der Sturm dann zwei Bäume umstürzen ließ, sei der Schaden sichtbar geworden. „Auf einer Länge von fast 30 Metern war die Wand beschädigt.“ Die anderen Bäume sind inzwischen gefällt. „Im Rahmen der Haftpflichtversicherung, so wurde mir mitgeteilt, ist nur der Zeitwert erstattungsfähig. Das waren 1844,01 Euro“, so Lepper. Das von einem Malermeister vor Ort eingeholte Angebot für die Reparatur belief sich aber auf 7477,28 Euro. Von der Erstattung „kann ich nicht mal die Hälfte der Gerüstkosten zahlen“. Er entwickelte eine Idee, schlug der Stadt vor, ob ihm das Grünflächenamt nicht gelegentlich, wenn ein städtischer Baum gefällt wird, diesen in Stücke zerlegt vor die Halle legen könnte. „Ich brauche immer Holz, weil ich damit heize.“ Als „kaltschnäuzig“ empfand er die Antwort von Dagmar Goch: „Es ist tatsächlich so, dass Versicherungen den Zeitwert des beschädigten Objektes zu Grunde legen. Für weitere ,Entschädigungsmaßnahmen’ besteht also kein Grund.“

Darüber ärgert sich Lepper sehr. Nicht nur, weil er den „nicht völlig humorlos“ gemeinten Vorschlag „Bäume gegen Baumschaden“ gut findet, sondern auch, weil er schon für die Stadt in die Bresche gesprungen ist. Als ehemaliger Steinmetz „hatte ich im Oktober 2013 völlig unentgeltlich die von Vandalen beschädigte Steinerne Sitzgruppenskulptur des italienischen Bildhauers Paolo Schiavocampo auf eigene Initiative hin professionell restauriert“.

Zwar würde vom unschönen Aussehen der Atelierwand nicht die Welt untergehen, so Lepper, aber er sei einfach erstaunt und verärgert über den Umgang mit ihm.

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